Alte Fischerei in Altenhof am Werbellinsee

Altenhof ist so ein Ort, an dem man eigentlich nur kurz halten will und dann drei Stunden bleibt. Die Alte Fischerei liegt direkt am Werbellinsee, ein paar Schritte vom Anleger entfernt, und serviert genau das, was man an einem See in der Schorfheide erwartet: Fisch. Wir waren inzwischen dreimal da – 2013 zum ersten Mal, danach 2019 und 2023 – und das sagt vermutlich mehr als jede Bewertung.
Fisch, See, fertig
Der erste Besuch im Mai 2013 ist uns vor allem kulinarisch in Erinnerung geblieben. Fisch, frisch, gut. Kein Fine Dining, keine Schaumsößchen, sondern eine Küche, die weiß, was sie kann, und sich darauf beschränkt. Genau richtig für einen Tag, an dem man vorher am See war und hinterher nicht in ein Gastro-Konzept, sondern einfach an einen Tisch möchte.
Im Oktober 2019 kamen wir wegen des Dampfers. Bestes Ausflugswetter, dünne Wolkendecke, kaum Wind – und der Anleger in Altenhof ist einer der Startpunkte für die Dampferfahrt auf dem Werbellinsee. Die Kombination aus Bootsfahrt und anschließender Einkehr ist naheliegend, und sie funktioniert. Man steigt ausgekühlt vom Schiff und hat es zwei Minuten später warm und trocken.
2023 waren wir im September wieder da. Spätsommerlicht, der See ruhig, Boote am Steg. Viel mehr haben wir uns damals nicht notiert, außer: schön. Manchmal reicht das.
Was wir über die Jahre gelernt haben: Die Alte Fischerei ist kein Geheimtipp. Der Werbellinsee ist eines der beliebtesten Ausflugsziele nördlich von Berlin, und an warmen Wochenenden merkt man das. Wer um halb eins an einem Julisonntag ohne Reservierung auftaucht, sollte Geduld mitbringen oder sich auf einen Spaziergang am Ufer einstellen, bis ein Tisch frei wird. Unter der Woche und außerhalb der Hochsaison ist es deutlich entspannter – und ehrlich gesagt auch schöner, weil man dann mehr vom See hat und weniger vom Parkplatzsuchverkehr.
Die Lage ist das eigentliche Argument. Altenhof ist ein kleiner Ort am Westufer, eingerahmt von der Schorfheide, und der Werbellinsee gehört zu den klarsten und tiefsten Seen Brandenburgs. Wer die Einkehr mit einem Badestopp verbinden will, findet rund um den See mehrere Stellen – wir haben unsere Erfahrungen beim Badeausflug zum Werbellinsee aufgeschrieben.
Anfahrt
Mit dem ÖPNV: Von Berlin mit dem RE3 nach Eberswalde Hauptbahnhof (ab Gesundbrunnen gut 40 Minuten). Von dort geht es per Regionalbus weiter nach Altenhof – die Verbindungen sind überschaubar, besonders am Wochenende, also lohnt der Blick in den VBB-Fahrplan vor der Abfahrt. Alternativ steigt man in Eberswalde aufs Rad: Die Strecke zum Werbellinsee ist gut ausgeschildert und führt durch die Schorfheide.
Mit dem Auto: Ab Berlin über die A11 Richtung Prenzlau, Abfahrt Finowfurt oder Joachimsthal, dann auf Landstraßen nach Altenhof. Reine Fahrzeit rund eine Stunde, die Adresse lautet Am See 3, 16244 Schorfheide-Altenhof. Parken funktioniert im Ort, an Sommerwochenenden sind die Stellplätze aber begrenzt – wer früh kommt, spart sich die Runden.
Beste Jahreszeit
Unsere drei Besuche verteilen sich auf Mai, September und Oktober, und das ist kein Zufall. Der Werbellinsee ist im Hochsommer voll, im Frühling und Herbst dagegen angenehm ruhig. Der Oktober-Besuch mit Dampferfahrt bei Sonne und kühler Luft war einer der besseren Sonntage, die wir in Brandenburg hatten.
Wer baden will, kommt natürlich zwischen Juni und September. Wer vor allem essen und spazieren gehen will, fährt besser im Mai oder im September/Oktober. Im Winter ist der Ort deutlich stiller, das Restaurant hat laut Angaben ganzjährig geöffnet – vor einer Winterfahrt trotzdem kurz anrufen oder auf die offizielle Website schauen, Ausflugsgastronomie am See kann saisonal reagieren.
Kosten
Das Restaurant liegt im mittleren Preisniveau für Brandenburger Ausflugsgastronomie – Fischgerichte kosten hier mehr als eine Currywurst am Kiosk und weniger als in einem Berliner Restaurant mit Seeblick-Aufschlag. Wir haben uns bei keinem unserer Besuche über den Preis geärgert, aber auch keine Kassenbons aufgehoben; verbindliche Preise stehen auf der Website. Geöffnet ist täglich ab dem späten Vormittag bis zum Abend.
Die Dampferfahrt kostet extra und wird beim Reederei-Anbieter am Anleger gebucht. Parken im Ort ist teils kostenpflichtig, das variiert je nach Stellplatz.
Unsere Tipps
- Reservieren, wenn ihr am Wochenende kommt. Zwischen Mai und September ist die Mittagszeit die kritischste Stunde des Tages.
- Dampfer und Essen kombinieren. Die Fahrzeiten der Werbellinsee-Schifffahrt vorher checken und die Einkehr danach legen – so sitzt ihr nicht unter Zeitdruck am Tisch.
- Fisch bestellen. Klingt banal, ist aber der Grund, warum wir wiederkommen. Für Schnitzel gibt es nähere Orte.
- Den Nachmittag ausdehnen. Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Jagdschloss Hubertusstock, und der Wildpark Schorfheide lässt sich gut mit dem Seetag verbinden.
- Im Herbst kommen. Klare Luft, wenig Betrieb, gutes Licht über dem See – die beste Version dieses Ausflugs.
Häufige Fragen
Muss man in der Alten Fischerei reservieren?
An Sommerwochenenden und bei gutem Ausflugswetter: ja, unbedingt. Unter der Woche oder in der Nebensaison bekommt man in der Regel auch spontan einen Platz.
Kann man den Besuch mit einer Bootsfahrt verbinden?
Ja. Altenhof ist einer der Anlegeorte der Werbellinsee-Schifffahrt, das Restaurant liegt in Gehweite vom Steg. Wir haben es 2019 genau so gemacht und würden es wieder tun.
Wie kommt man ohne Auto nach Altenhof?
Mit dem RE3 bis Eberswalde und von dort weiter per Regionalbus oder Fahrrad. Die Busverbindungen sind nicht dicht getaktet – Hin- und Rückfahrt vorher im VBB-Fahrplan prüfen.
Lohnt sich der Weg auch außerhalb der Badesaison?
Aus unserer Sicht ja. Zwei unserer drei Besuche lagen im Herbst, und gerade dann ist der Werbellinsee ruhig, der Blick weit und die Einkehr besonders angenehm.



