Kurztrips

Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin – Waldtierpark im Dezember

Von Jan Heinemann · 3. Dezember 2015 · Zuletzt besucht: Dezember 2015 · Region: Ruppiner Seenland

Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin – Waldtierpark im Dezember

Neun Besuche. So oft waren wir bisher im Tierpark Kunsterspring, und das sagt eigentlich schon alles über diesen Ort. Er liegt mitten im Wald der Ruppiner Schweiz, ein paar Kilometer nördlich von Neuruppin, und er ist klein genug, dass man ihn an einem Nachmittag schafft, aber groß genug, dass man nicht das Gefühl hat, durchgeschleust zu werden.

Unser letzter Besuch war an einem Sonntag im Dezember. Kein Schnee, dafür dieses graue, tief stehende Winterlicht, das im Kiefernwald ziemlich gut aussieht. Wenige Leute, kalte Finger, und Tiere, die im Winter deutlich wacher wirken als im Hochsommer, wenn sie sich in den hintersten Winkel ihrer Gehege legen.

Ein Tierpark, der wie ein Waldspaziergang funktioniert

Das Prinzip von Kunsterspring: Die Wege führen durch den Wald, die Gehege liegen daneben. Es gibt keine gepflasterten Achsen, keine Showbühnen, keinen Erlebnispark-Anspruch. Man geht, bleibt stehen, geht weiter. Wer nur Tiere abhaken will, ist in einer Stunde durch. Wer sich Zeit lässt, verbringt dort einen halben Tag.

Der Schwerpunkt liegt auf Arten, die nach Brandenburg passen – Tiere aus heimischen und europäischen Wäldern. Genau das macht den Ort für uns interessanter als einen klassischen Zoo mit Weltreise-Programm. Man sieht Tiere, die theoretisch auch ein paar Kilometer weiter im Wald stehen könnten, nur eben aus zwei Metern Entfernung.

Im Dezember hat das einen eigenen Reiz. Die Gehege sind laubfrei und dadurch übersichtlicher, man entdeckt Tiere, die im Sommer hinter Grün verschwinden. Dafür ist es früh dunkel und der Boden matschig. Beides sollte man einplanen.

Der Tierpark liegt an der Quelle der Kunster, mitten in dem Waldgebiet, in dem auch die Waldschenke Stendenitz und die Seenkette der Ruppiner Schweiz liegen. Das lässt sich gut kombinieren: erst Tierpark, dann noch eine Runde durch den Wald oder an einen der Seen.

Warum wir immer wiederkommen

Ehrlich gesagt: weil er unkompliziert ist. Kunsterspring ist kein Ort, für den man ein Wochenende plant. Er ist ein Ziel für den Sonntagnachmittag, an dem man raus will, aber keine Lust auf Menschenmassen hat. Anders als in den großen Berliner Zoos steht man hier auch an einem gut besuchten Tag selten in zweiter Reihe.

Wer ähnliche kleine Tierparks in Brandenburg mag, wird auch mit dem Wildpark Schorfheide im Barnim oder dem Heimattiergarten Fürstenwalde glücklich – beide funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Wald, überschaubare Größe, keine Effekthascherei.

Anfahrt

Adresse: Kunsterspring 4, 16818 Neuruppin (Ortsteil Gühlen-Glienicke).

Mit dem Auto: Von Berlin über die A24 bis zur Abfahrt Neuruppin, dann Richtung Neuruppin und weiter nach Norden in Richtung Rheinsberg beziehungsweise Ruppiner Schweiz. Ab Berlin sind es rund 90 Kilometer, realistisch etwa eineinviertel Stunden. Am Tierpark gibt es einen Parkplatz. Die letzten Kilometer führen über Landstraßen durch den Wald – im Winter kann es dort glatt sein.

Mit Bahn und Bus: Nach Neuruppin kommt man mit dem Regionalexpress ab Berlin-Gesundbrunnen (Halt Neuruppin Rheinsberger Tor beziehungsweise Neuruppin West). Von dort sind es noch rund 15 Kilometer bis Kunsterspring, die man mit dem Regionalbus zurücklegen muss – der fährt allerdings nicht besonders oft, am Wochenende noch seltener. Wer ohne Auto anreist, sollte die Verbindungen vorher genau prüfen und einen Puffer für die Rückfahrt einplanen. Mit dem Rad ab Neuruppin ist die Strecke bei gutem Wetter eine schöne Alternative.

Beste Jahreszeit

Wir waren zu unterschiedlichen Jahreszeiten dort und würden sagen: Herbst und Winter sind die ehrlicheren Termine. Die Tiere sind aktiver, der Park ist leer, und der Kiefernwald sieht bei tiefem Licht besser aus als bei Hochsommerhitze. Nachteil: kurze Tage. Im Dezember sollte man spätestens am frühen Nachmittag da sein, sonst läuft man die letzte Runde im Dämmerlicht.

Frühling ist die klassische Familienzeit – Jungtiere, mildes Wetter, mehr Betrieb. Der Hochsommer ist unsere unbeliebteste Variante: Viele Tiere ziehen sich in den Schatten zurück, und man sieht schlicht weniger.

Kosten

Der Tierpark verlangt Eintritt, es gibt ermäßigte Tickets und Familienkarten. Weil sich Preise über die Jahre ändern und unser Besuch schon eine Weile zurückliegt, verweisen wir für aktuelle Zahlen auf die offizielle Seite: tierpark-kunsterspring.de. Parken ist unseres Wissens nicht extra kostenpflichtig. Kalkuliert für einen Familienausflug noch etwas für Tierfutter und Imbiss ein.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Wie lange braucht man für den Tierpark Kunsterspring?

Zwei bis drei Stunden sind ein realistischer Rahmen. Mit Kindern, Pausen und ausgiebigem Gucken kann daraus auch ein halber Tag werden. Wer nur schnell durchgeht, schafft es in gut einer Stunde.

Lohnt sich der Besuch im Winter?

Aus unserer Sicht ja. Die Tiere sind bei Kälte deutlich aktiver, es ist kaum jemand da, und der winterliche Kiefernwald ist ein Erlebnis für sich. Man muss nur mit früher Dunkelheit und nassen Wegen rechnen.

Ist der Tierpark ganzjährig geöffnet?

Ja, der Tierpark hat ganzjährig täglich geöffnet, die Schließzeiten variieren aber saisonal. Aktuelle Zeiten stehen auf der offiziellen Website.

Kommt man ohne Auto hin?

Grundsätzlich schon: Bahn bis Neuruppin, dann Bus. Der Takt ist allerdings dünn, besonders am Wochenende. Wer flexibel bleiben will, fährt mit dem Auto oder nimmt ab Neuruppin das Rad.