Weihnachtsmarkt im Gut Leben Landresort bei Bernau

Ein restaurierter Vierseitenhof in Birkholz bei Bernau, dazu Kunsthandwerk, Glühwein und Alpakas: Der Weihnachtsmarkt im Gut Leben Landresort war unser Auftakt in die Adventszeit – und ehrlich gesagt einer der schönsten Adventsmärkte, die wir bisher in Brandenburg gesehen haben. Klein, sortiert, ohne Bratwurstschwaden und Karussellgedudel.
Wir sind an einem Sonntag im November losgefahren, erster Advent, grau und kalt. Der Hof liegt am Rand von Birkholz, einem Ortsteil von Bernau, gut eine halbe Stunde vom nordöstlichen Berliner Stadtrand entfernt. Von außen sieht man dem Gelände nicht sofort an, was dahinter steckt: ein sanierter Vierseitenhof, Backstein und Fachwerk, im Innenhof Stände unter Lichterketten.
Was uns erwartet hat
Das Gut ist auch ohne Deko schon ein hübscher Ort – ein Landresort, das sonst vor allem für Hochzeiten und Veranstaltungen genutzt wird. Weihnachtlich geschmückt wird daraus eine kleine, ziemlich stimmige Festtagswelt. Kein Massenmarkt mit vierzig identischen Buden, sondern eine überschaubare Zahl an Ständen, die tatsächlich Sachen verkaufen, die man sich hinstellen oder verschenken möchte: Deko, Kunsthandwerk, Kleinigkeiten.
Beim Essen hat uns die Auswahl positiv überrascht. Von Burger bis finnische Lachssuppe war einiges dabei, dazu heiße Waffeln und natürlich Glühwein. Die Lachssuppe an einem kalten Novembernachmittag – gute Entscheidung. Im Hof-Café gibt es Kuchen und Kaffee, und zwar in einer Atmosphäre, die eher nach Landküche als nach Marktbetrieb aussieht. Wer eine Pause vom Draußenstehen braucht, ist dort richtig.
Auf dem Gelände leben Alpakas und ein paar andere Tiere, die an dem Tag geduldig eine Menge Aufmerksamkeit ertragen haben. Für Familien mit Kindern ist das der offensichtliche Anlaufpunkt. Der zweite ist das Märchenzelt mit einem kleinen Kamin – warm, halbdunkel, und deutlich netter, als es sich beschreiben lässt.
Wir waren schon um 14 Uhr da. Das hat den Vorteil, dass es angenehm leer ist und man in Ruhe an jedem Stand stehen kann. Der Nachteil: Die richtige Stimmung kommt erst, wenn es dämmert und die Lichterketten anfangen zu wirken. Ende November ist das gegen halb vier bis vier der Fall. Wer beides will – Ruhe und Licht –, kommt am besten kurz nach der Öffnung und bleibt einfach bis zum Schluss.
Ein ehrliches Wort zur Größe: Das ist kein Ganztagsprogramm. Zwei bis drei Stunden reichen völlig, wenn man in Ruhe isst, alles anschaut und noch einen Kaffee trinkt. Wer eine Anreise von über einer Stunde plant, sollte den Besuch mit etwas anderem in der Gegend kombinieren.
Anfahrt
Das Gut Leben Landresort liegt in der Birkholzer Dorfstraße 9 in 16321 Bernau bei Berlin, Ortsteil Birkholz.
Mit dem Auto: Über die A10 (Berliner Ring) bis zur Abfahrt Bernau bzw. Schwanebeck, dann in Richtung Birkholz. Ab dem nördlichen Berliner Stadtrand sind es rund 20 bis 30 Minuten, aus Berlin-Mitte etwa 45. Am Veranstaltungstag gibt es ausgeschilderte Parkplätze – bitte auch wirklich nur die nutzen, die Dorfstraße ist eng und die Nachbarschaft muss den Trubel schließlich das ganze Adventswochenende aushalten.
Mit Bus und Bahn: Machbar, aber kein Selbstläufer. Mit der S2 bis Bernau oder Zepernick, von dort geht es mit dem Regionalbus in Richtung Birkholz weiter – die Takte sind sonntags dünn, also vorher den Fahrplan prüfen. Wer flexibel ist, nimmt das Rad mit: Von Zepernick oder Bernau aus sind es nur wenige Kilometer über flaches Barnimer Land.
Beste Jahreszeit
Der Weihnachtsmarkt findet nur an den Adventswochenenden statt – das ist also eine sehr klar begrenzte Angelegenheit. Unser Tipp: erstes oder zweites Adventswochenende, da ist der Andrang erfahrungsgemäß geringer als kurz vor Heiligabend.
Der beste Zeitpunkt am Tag ist die Dämmerung. Im Hellen sieht man den Hof gut, im Dunkeln funktioniert die Stimmung. Beides zusammen bekommt man zwischen 15 und 17 Uhr. Warm anziehen: Der Innenhof ist offen, und der Wind zieht über die Barnimer Felder ohne große Hindernisse heran.
Außerhalb der Adventszeit ist das Gut in erster Linie Veranstaltungsort, kein Ausflugsziel im klassischen Sinne. Für einen Winterausflug in die Gegend eignet sich sonst eher das Mühlenbecker Land ein paar Kilometer weiter westlich.
Kosten
Zu Eintrittspreisen können wir keine belastbare Angabe machen – die Konditionen wechseln je nach Veranstaltung, ein Blick auf die offizielle Website des Gut Leben Landresorts vor der Fahrt lohnt sich. Was man einplanen sollte, sind die üblichen Weihnachtsmarktpreise für Essen und Getränke: Glühwein, Suppe, Waffel, dazu Kaffee und Kuchen im Hof-Café. Kunsthandwerk kostet, was Kunsthandwerk eben kostet – hier gibt es keine Ein-Euro-Ware, dafür aber auch keine Massenimporte. Parken war bei uns kostenfrei.
Unsere Tipps
- Zur Dämmerung kommen. Ab etwa 15:30 Uhr fängt der Hof an zu leuchten. Vorher ist es leer und entspannt, danach stimmungsvoll – am besten beides mitnehmen.
- Die finnische Lachssuppe probieren. Bei Novemberwetter deutlich sinnvoller als der dritte Glühwein.
- Das Märchenzelt nicht verpassen. Der kleine Kamin darin ist der wärmste Platz auf dem Gelände und bei Kindern entsprechend beliebt.
- Ausgeschilderte Parkplätze nutzen. Wildparken im Dorf sorgt für Ärger und ist völlig unnötig, die Plätze sind ausreichend.
- Den Ausflug kombinieren. Der Markt trägt keinen ganzen Tag. Der Wildpark Schorfheide oder ein Winterspaziergang am Liepnitzsee liegen in vertretbarer Entfernung.
Häufige Fragen
Wann findet der Weihnachtsmarkt statt?
An den Adventswochenenden, nicht durchgehend. Bei unserem Besuch war am ersten Advent geöffnet, das nächste Wochenende folgte. Da sich die Termine jährlich ändern, unbedingt vorher auf der Website des Landresorts nachsehen.
Lohnt sich der Weg mit Kindern?
Ja. Alpakas, das Märchenzelt mit Kamin und Waffeln sind eine gute Kombination. Der Hof ist überschaubar, man verliert niemanden aus den Augen. Für sehr kleine Kinder gilt wie überall: Der offene Innenhof ist kalt, entsprechend einpacken.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Zwei bis drei Stunden reichen. Der Markt ist klein und liebevoll, aber kein Riesenareal. Wer im Hof-Café noch Kaffee und Kuchen einlegt, kommt auf einen entspannten Nachmittag.
Wie voll wird es?
Um 14 Uhr war es angenehm leer. Zur Dämmerung füllte es sich spürbar. Da der Hof begrenzt ist, kann es an den späteren Adventswochenenden eng werden – frühe Anreise ist der sicherere Weg. Wer es größer und städtischer mag, findet das beim Weihnachtsmarkt im Holländischen Viertel in Potsdam.












