Seen & Gewässer

Großer Wukensee in Biesenthal – Novembernachmittag am Barnimer Waldsee

Von Jan Heinemann · 25. November 2015 · Zuletzt besucht: November 2015 · Region: Barnim & Schorfheide

Großer Wukensee in Biesenthal – Novembernachmittag am Barnimer Waldsee

Der Große Wukensee liegt am Rand von Biesenthal, ein paar Minuten hinter den letzten Häusern, und ist genau die Art See, die man in Brandenburg schnell übersieht: klein, von Wald umstanden, ohne Strandbad, ohne Imbiss, ohne Schild an der Landstraße. Wir waren im November dort — grau, kalt, und völlig menschenleer.

Ein Nachmittag am Wasser

Wir sind am Ufer entlanggelaufen, mehr war nicht geplant. Im November ist der Wukensee vor allem eine Übung in Ruhe. Das Laub lag schon unten, dadurch sieht man weiter zwischen den Stämmen hindurch als im Sommer, und die Wasserfläche wirkt größer, als sie eigentlich ist. Kein Wind, kaum Geräusche außer den eigenen Schritten und ein paar Enten irgendwo weiter draußen.

Am Ufer lag ein Boot, festgemacht und offensichtlich schon länger nicht mehr benutzt — das Sinnbild für die Saison, die hier im November eindeutig vorbei ist. Genau dieses Bild ist uns vom Besuch am stärksten geblieben: das Boot, das stille Wasser, der Wald dahinter. Nichts spektakulär, aber sehr stimmig.

Der Wukensee ist ein typischer Barnimer Waldsee, wie man sie in dieser Ecke häufiger findet. Wer den Liepnitzsee oder den Wandlitzsee kennt, weiß, was gemeint ist — nur ist der Wukensee deutlich kleiner und viel weniger besucht. Es gibt hier keine Infrastruktur, die Leute anzieht: keinen Kiosk, keinen Bootsverleih, keine Liegewiese mit Kassenhäuschen. Am Ufer gibt es einzelne Stellen, an denen man im Sommer ins Wasser kommt, und ein Weg führt weitgehend um den See herum. Für eine Runde plus ein paar Pausen am Wasser reicht eine gute Stunde.

Wer mehr Programm will, kombiniert den See mit einem Bummel durch Biesenthal. Der Ort ist überschaubar, hat aber Kirche, Marktplatz und ein paar hübsche Ecken, und liegt mitten im Naturpark Barnim. Von hier ist es auch nicht weit nach Norden Richtung Kloster Chorin, wenn man den Tag noch mit einem zweiten Ziel füllen möchte.

Anfahrt

Biesenthal liegt im Landkreis Barnim, rund 40 Kilometer nordöstlich von Berlin.

Mit der Bahn: Biesenthal hat einen eigenen Bahnhof an der Strecke Berlin–Eberswalde, bedient von der Regionalbahn (RB24). Von Berlin-Lichtenberg oder Berlin Ostkreuz ist man in etwa 40 bis 50 Minuten da. Vom Bahnhof läuft man ein Stück durch den Ort und dann Richtung See — Fußweg je nach Zustieg ins Ufergelände etwa 20 bis 30 Minuten. Feste Wanderschuhe sind bei Nässe kein Fehler, die Wege am Ufer sind naturbelassen.

Mit dem Auto: Über die A11 (Abfahrt Bernau oder Lanke/Wandlitz) oder über die B2 Richtung Bernau und dann auf der Landstraße nach Biesenthal. Fahrzeit ab Berlin-Mitte rund 45 Minuten, wenn der Berliner Ring mitspielt. Geparkt wird im Ort beziehungsweise an den Straßen am Ortsrand; ein ausgewiesener großer Wanderparkplatz mit Kassenautomat, wie man ihn von bekannteren Seen kennt, existiert hier nicht. Bitte nicht auf Waldwegen oder in Zufahrten stehen bleiben.

Beste Jahreszeit

Ehrlich gesagt: Der Wukensee ist kein Ort, an dem man einen ganzen Tag verbringt. Er ist ein Ort für eine Stunde Ruhe — und die funktioniert zu jeder Jahreszeit unterschiedlich gut.

November, wie bei unserem Besuch, ist die stille Variante: leeres Ufer, kahle Bäume, weite Sicht über das Wasser, dafür früh dunkel und oft grau. Wer damit umgehen kann, hat den See für sich allein.

Sommer ist die Zeit zum Baden. Der See ist klein, das Wasser wird warm, und weil es keine Badeanstalt gibt, bleibt es meist entspannt — an heißen Wochenenden sind trotzdem Einheimische aus Biesenthal und Bernau da.

Frühling und Herbst sind unsere Favoriten für einen Spaziergang: verträgliche Temperaturen, gutes Licht, keine Mücken. Im Frühsommer und nach Regen ist der Uferbereich streckenweise feucht.

Kosten

Kostenlos. Es gibt keinen Eintritt, keine Kasse, keine Bezahl-Liegewiese — der Wukensee ist ein freier Natursee. Parken im Ort war zum Zeitpunkt unseres Besuchs ebenfalls kostenfrei. Wer Verpflegung will, sollte sie mitbringen oder in Biesenthal einkehren; direkt am Wasser gibt es nichts zu kaufen.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Kann man im Großen Wukensee baden?

Ja, es gibt einzelne zugängliche Uferstellen, an denen man ins Wasser kommt. Es handelt sich aber um einen naturbelassenen See ohne Strandbad, ohne Aufsicht und ohne Infrastruktur — Baden also auf eigene Verantwortung.

Wie kommt man ohne Auto hin?

Mit der Regionalbahn RB24 von Berlin nach Biesenthal, dann zu Fuß Richtung See. Insgesamt ist man ab Berlin in gut einer Stunde plus Fußweg da. Das macht den Wukensee zu einem der leicht erreichbaren Seen im Barnim.

Ist der Wukensee im Winter einen Ausflug wert?

Wenn man Stille mag: ja. Im November war außer uns niemand am Wasser. Wer bunte Herbstfarben oder Badewetter erwartet, kommt besser im September oder im Sommer.

Gibt es einen Rundweg um den See?

Es führen Wege weitgehend am Ufer entlang, sodass sich eine kleine Runde von etwa einer Stunde ergibt. Es ist kein durchgehend ausgebauter, beschilderter Rundweg wie an größeren Seen — wer längere Strecken will, nutzt die Wanderwege im Naturpark Barnim rund um Biesenthal.