Seen & Gewässer

Rahmersee im November – Strandbad in der Nebensaison bei Wandlitz

Von Jan Heinemann · 30. November 2015 · Zuletzt besucht: November 2015 · Region: Berliner Umland

Rahmersee im November – Strandbad in der Nebensaison bei Wandlitz

Im November hat ein Strandbad wenig mit Strand zu tun. Wir sind trotzdem zum Rahmersee gefahren, an den Rand des Waldstücks zwischen Summt und Wandlitz, und haben genau das bekommen, was man erwarten darf: kein Mensch, keine Musik, kein Kioskgeruch. Nur Wasser, Kiefern und diese Novemberstille, in der jeder Schritt auf dem Laub laut klingt.

Das Erlebnis

Der Rahmersee ist klein, rundlich und komplett von Wald umstanden. Er gehört zu den Seen, die man vom Auto aus gar nicht sieht – man parkt, geht ein paar Minuten zwischen Kiefern hindurch und steht plötzlich am Ufer. Im Sommer ist das Strandbad ein Anlaufpunkt für Familien aus dem Norden Berlins und dem Mühlenbecker Land. Im November ist davon nichts übrig außer der Infrastruktur: Liegewiese, Zugang zum Wasser, ein paar Bänke, die niemand braucht.

Wir sind einmal am Ufer entlang gelaufen, so weit es ging, und dann einfach stehen geblieben. Das Wasser lag völlig glatt da, dunkel und mit dieser leicht bräunlichen Färbung, die Waldseen im Herbst haben, wenn das Laub im Wasser arbeitet. Am gegenüberliegenden Ufer spiegelten sich die Kiefernstämme so klar, dass man nicht sofort erkannte, wo der See aufhört. Kein Boot, kein Schwimmer, kein Hundegebell.

Ehrlich gesagt: Es ist kein spektakulärer Ort. Es gibt keine Aussichtsplattform, keine Ruine, kein Café mit Seeblick. Der Rahmersee ist ein solider, hübscher, unaufgeregter Badesee, und im November ist er vor allem ein sehr ruhiger Platz zum Durchatmen. Genau dafür sind wir gekommen. Wer im Winterhalbjahr einen See braucht, an dem nichts los ist, wird hier fündig – und ist in einer knappen Stunde ab Berlin da.

Wenn wir vergleichen: Der Liepnitzsee ein Stück weiter östlich ist größer, tiefer und in der Nebensaison ebenfalls schön leer, hat aber die deutlich bekanntere Runde mit Insel. Der Rahmersee ist die kleinere, unauffälligere Variante. Wer die Gegend im Winter sowieso mag, findet auch im Mühlenbecker Land direkt nebenan ein paar ruhige Wege.

Unseren Sommerbesuch am selben See haben wir übrigens separat aufgeschrieben – Strandbad Rahmersee im Mühlenbecker Land beschreibt den Ort in Betrieb, mit Wasser, das man tatsächlich anfassen will.

Anfahrt

Der Rahmersee liegt im nördlichen Berliner Umland, offiziell mit Adresse in 16348 Wandlitz, praktisch aber direkt an der Straße zwischen Summt und Wandlitz, kurz hinter der Berliner Stadtgrenze.

Mit dem ÖPNV: Die naheliegendste Variante ist die S1 bis Frohnau oder Hermsdorf und von dort ein Regionalbus Richtung Summt/Mühlenbeck. Alternativ die Heidekrautbahn (RB27) ab Berlin-Karow Richtung Basdorf/Wandlitz und ab dort ein Stück laufen oder radeln. Beide Wege enden mit einem Fußmarsch von einigen Minuten bis zu einer knappen Dreiviertelstunde – die Buslinien und Fahrpläne wechseln, deshalb vorher in der VBB-Auskunft die aktuelle Verbindung prüfen. Am Wochenende in der Nebensaison fahren die Busse dünner als im Sommer.

Mit dem Auto: Ab Berlin über die A114 und A10, Abfahrt Mühlenbeck oder Birkenwerder, dann über Summt Richtung Wandlitz. Von der Berliner Innenstadt sind es je nach Startpunkt 35 bis 50 Minuten. Direkt am Strandbad gibt es einen kleinen Parkplatz; im November hatten wir freie Auswahl. Im Hochsommer sieht das an heißen Wochenenden komplett anders aus – dann ist früh kommen die einzige Strategie.

Beste Jahreszeit

Zum Baden: Juni bis August, mit Ausläufern in den September. Der See ist klein und wird dadurch relativ schnell warm, das ist sein größter Vorteil gegenüber den tiefen Klarwasserseen im Barnim.

Zum Spazieren und Durchatmen: Oktober bis März. Unser Novemberbesuch war grau, still und genau deshalb gut. Man sollte allerdings wissen, was man bekommt – ein geschlossenes Strandbad, ein kaltes Ufer und einen Waldweg. Wer im Winterhalbjahr mehr Programm will, ist an einem See mit Gastronomie besser aufgehoben, etwa am Wandlitzsee ein paar Kilometer weiter.

Der Frühling ist der schwächste Kompromiss: zu kalt zum Baden, zu kahl für den vollen Waldeffekt. Ab Mai wird es dann wieder rund.

Kosten

Der See selbst kostet nichts. Für das Strandbad wurde in der Badesaison ein kleiner Eintritt verlangt – in der Größenordnung weniger Euro pro Person, ermäßigt entsprechend günstiger. Bei unserem Besuch im November war der Badebetrieb eingestellt, wir haben also nichts bezahlt. Preise und Betriebszeiten ändern sich; für die aktuelle Saison lohnt ein Blick auf die Seiten der Gemeinde bzw. des Betreibers, bevor man losfährt.

Parken war bei uns kostenfrei. Für die Anreise mit Bahn und Bus reicht ein VBB-Ticket Berlin ABC.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Kann man im Rahmersee baden?

Ja, der See ist ein klassischer Badesee mit Strandbad und Liegewiese. Weil er klein und flach genug ist, erwärmt sich das Wasser im Sommer angenehm. Im November ist der Badebetrieb eingestellt.

Kostet der Rahmersee Eintritt?

Für das Strandbad wurde in der Saison ein geringer Eintritt erhoben. Außerhalb der Badesaison – wie bei unserem Novemberbesuch – ist der Zugang zum See frei. Aktuelle Preise am besten vorab beim Betreiber prüfen.

Wie kommt man ohne Auto zum Rahmersee?

Mit der S1 bis Frohnau oder Hermsdorf und Bus Richtung Summt, alternativ mit der Heidekrautbahn RB27 Richtung Basdorf/Wandlitz. In beiden Fällen bleibt ein Fußweg. Fahrplan vorher checken, gerade im Winterhalbjahr.

Lohnt sich der See auch außerhalb der Badesaison?

Wenn man Ruhe sucht: ja. Man bekommt einen stillen Waldsee ohne Betrieb und einen kurzen Spaziergang. Wer Gastronomie, Sehenswürdigkeiten oder eine längere Wanderrunde erwartet, sollte den Besuch mit einem zweiten Ziel in der Umgebung verbinden.