Seen & Gewässer

Wutzsee bei Lindow – 8,6 km Seerunde im Ruppiner Seenland

Von Jan Heinemann · 26. Februar 2022 · Zuletzt besucht: April 2025 · Region: Ruppiner Seenland

Wutzsee bei Lindow – 8,6 km Seerunde im Ruppiner Seenland

Wenn uns jemand nach der schönsten Seerunde in Brandenburg fragt, fällt die Antwort erstaunlich schnell: der Wutzsee in Lindow. Wir sind diese 8,6 Kilometer inzwischen 19-mal gelaufen – im Februar bei tiefstehender Sonne, an Ostern, im April, wenn das erste Grün kommt. Und sie ist jedes Mal gut. Das ist bei einer Runde, die man so oft wiederholt, keine Selbstverständlichkeit.

Der Weg führt einmal komplett um den See, größtenteils direkt am Ufer. Genau das macht ihn aus: Man verliert das Wasser kaum aus den Augen. Kein langer Umweg über Landstraßen, keine Passagen, bei denen man sich fragt, wo der See eigentlich hin ist. Dazu kommt, dass die Runde abwechslungsreicher ist, als es acht Kilometer um einen See vermuten lassen – Waldstücke, Schilfkanten, offene Blicke über das Wasser, ein paar kurze Anstiege, dann wieder flach am Ufer.

Das Erlebnis

Wir starten meistens in Lindow selbst. Die Kleinstadt liegt zwischen mehreren Seen, der Wutzsee ist der direkt am Ort. Von dort geht es gegen oder mit dem Uhrzeigersinn los – beides funktioniert, wir haben über die Jahre beides gemacht.

Was wir an der Runde besonders schätzen: die Pausenplätze. Es gibt mehrere Stellen am Ufer, an denen man sich einfach hinsetzen kann, mit Blick über das Wasser. Für uns über viele Jahre eine der Lieblingsrunden „für Kind und Kegel” – lang genug, dass es sich nach Wanderung anfühlt, kurz genug, dass auch kürzere Beine durchhalten, und mit genug Unterbrechungen, dass niemand quengelt.

Im Februar 2019 waren wir bei richtigem Sonnenwetter dort, klare Luft, kaum Menschen unterwegs. Das ist eine ganz andere Runde als die im April, wenn die Natur wieder loslegt und Brandenburg in die Saison startet. Wir mögen beides, aber der Frühling hat den kleinen Vorteil, dass man danach in Lindow noch etwas findet.

Denn Lindow selbst gehört zum Ausflug dazu. Da ist zum einen die Klosterruine – Reste eines mittelalterlichen Zisterzienserinnenklosters, mitten im Ort, mit alten Bäumen drumherum. Kein aufwendig hergerichtetes Museum, sondern eine Ruine, die man in zwanzig Minuten angeschaut hat und die trotzdem hängen bleibt. Wer Lust auf mehr Klostergeschichte in der Region hat: Kloster Himmelpfort liegt nicht weit entfernt Richtung Norden.

Zum anderen gibt es in Lindow ein paar nette kleine Cafés und – für uns fast schon der eigentliche Grund, nach der Runde nicht sofort ins Auto zu steigen – einen Eisladen mit sehr gutem Softeis. Nach 8,6 Kilometern schmeckt das ohnehin besser als sonst. Weitere Adressen dieser Art haben wir in unserer Übersicht der besten Eisdielen in Brandenburg gesammelt.

Die genaue Tour haben wir auf unserem Komoot-Account hinterlegt. Nötig ist das eigentlich nicht – der Weg um den See ist gut zu finden – aber es macht die Planung einfacher, wenn man wissen will, wo man wie weit ist.

Anfahrt

Lindow (Mark) liegt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, rund 70 Kilometer nordwestlich von Berlin, zwischen Neuruppin und Gransee.

Mit dem Auto: Über die A24 Richtung Hamburg, Abfahrt Neuruppin, dann weiter auf der B167 Richtung Lindow. Aus dem Berliner Norden geht es alternativ über die A10 und die B167 ab Löwenberg. Fahrzeit ab Berlin: etwa eine Stunde. In Lindow findet man in der Nähe des Sees und im Ort Parkplätze, an sonnigen Wochenenden im Sommer kann es dort enger werden – dann lohnt es, ein paar Straßen weiter zu suchen.

Mit der Bahn: Lindow hat einen Bahnhof an der Rheinsberger Bahn (RB54), die von Löwenberg (Mark) nach Rheinsberg fährt. Nach Löwenberg kommt man ab Berlin mit dem RE5. Wichtig: Die RB54 verkehrt nicht durchgehend im Jahr und nicht täglich – vor der Fahrt unbedingt den aktuellen VBB-Fahrplan prüfen. Außerhalb der Saison bleiben Regionalbusse ab Neuruppin oder Gransee, die aber deutlich seltener fahren. Wer ganz ohne Auto unterwegs ist, sollte die Rückfahrt vorher festlegen.

Beste Jahreszeit

Unsere Lieblingszeit ist April und Mai. Dann ist die Luft klar, die Bäume schlagen aus, die Wege sind trocken und man läuft nicht in der Hitze. Gleichzeitig ist noch nicht so viel los wie im Hochsommer.

Der Februar hat uns aber auch überzeugt – bei Sonne ist die Runde im Winter fast noch schöner, weil man durch die kahlen Bäume hindurch überall aufs Wasser schaut. Nur: Es kann matschig sein, und die Cafés im Ort haben nicht alle geöffnet.

Der Sommer funktioniert selbstverständlich auch, dann eher als Kombination aus Runde und Badepause. Wer im Hochsommer läuft, sollte früh starten – Schatten gibt es auf Teilstücken, aber nicht überall. Im Herbst ist es ruhig und farbenfroh, mit dem Nachteil kürzerer Tage.

Kosten

Die Runde um den Wutzsee kostet nichts. Kein Eintritt, keine Parkgebühren, die uns aufgefallen wären. Geld gibt man in Lindow aus – Kaffee und Kuchen im Café, Softeis am Ende. Stand unseres Besuchs im April 2025 lag Softeis im üblichen Rahmen kleiner Brandenburger Eisläden.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Wie lang ist die Runde um den Wutzsee?

8,6 Kilometer, einmal komplett ums Ufer. Wir brauchen mit Pausen etwa zweieinhalb bis drei Stunden, sportlich geht es auch in unter zwei.

Ist die Wanderung für Kinder geeignet?

Ja. Wir sind sie über Jahre mit Kindern gelaufen. Sie ist flach bis leicht hügelig, es gibt keine schwierigen Passagen und viele Stellen zum Pausieren am Wasser. Kinderwagen sind auf dem Uferweg allerdings mühsam.

Kann man im Wutzsee baden?

Der Wutzsee wird in Lindow zum Baden genutzt, und an heißen Tagen ist eine Abkühlung unterwegs eine gute Idee. Wer gezielt zum Baden fährt, sollte die offiziellen Badestellen in Lindow ansteuern statt irgendeine Schilfkante am Weg.

Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

Auf der Runde selbst kaum – die Gastronomie liegt in Lindow. Dort gibt es kleine Cafés und einen Eisladen. Entsprechend lohnt es, Wasser und eine Kleinigkeit mitzunehmen und sich das Café für Start oder Ziel aufzusparen.