1.000 Sterne Weihnachtsmarkt in Cottbus – Lichter, Riesenrad und Pyramide

Cottbus macht im Advent das, was der Name verspricht: Es hängen sehr viele Sterne über der Innenstadt. Wir waren im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf dem 1.000 Sterne Weihnachtsmarkt und sind auch diesmal wieder hingefahren – wegen der Lichter, wegen des Riesenrads auf dem engen Altmarkt und wegen der großen Pyramide. Der Markt selbst ist kein Geheimtipp und will auch keiner sein, aber die Inszenierung mit Licht macht ihn zu einem der schöneren in Brandenburg.
Gefühlt sind wir gerade erst zurück – und schon steht das nächste Adventswochenende vor der Tür. Wo das Jahr geblieben ist, wissen wir auch nicht.
Das Erlebnis
Der Weihnachtsmarkt zieht sich durch die Cottbuser Innenstadt, sein Herz ist der Altmarkt. Wer die Buden von anderen Märkten kennt, kennt sie auch hier: Glühwein, Bratwurst, gebrannte Mandeln, Holzsterne, Filzpantoffeln, Schmalzkuchen. Da wird nichts neu erfunden. Das ist ehrlicherweise auch der Punkt, an dem man sagen muss: Wer wegen des Sortiments kommt, wird nicht überrascht.
Wofür sich die Fahrt aber lohnt, ist die Lichtstimmung. Über den Gassen und Plätzen hängen unzählige beleuchtete Sterne, und in Kombination mit den Fassaden der Altstadt ergibt das ein Bild, das man so nicht überall bekommt. Sobald es dunkel wird – und im Dezember ist das früh –, verändert sich die Stadt spürbar.
Dazu kommen zwei Dinge, die uns beide Male beeindruckt haben. Erstens das Riesenrad. Es steht mitten auf dem verhältnismäßig engen Altmarkt, und genau das macht den Reiz aus: Es wirkt größer, als es vermutlich ist, weil kaum Platz drumherum ist. Von oben sieht man über die Dächer und auf das Lichtermeer darunter. Zweitens die große Pyramide, die als Blickfang funktioniert und abends ordentlich was hermacht.
Wir sind einfach durchgelaufen, haben Glühwein getrunken, geschaut und fotografiert. Mehr Programm braucht so ein Abend nicht. Unser Fazit vom Besuch: lohnt sich in jedem Fall.
Wenn ihr am selben Tag noch etwas anderes in Cottbus sehen wollt: Der Fürst-Pückler-Park mit Schloss Branitz liegt am Stadtrand und ist auch im Winter einen Spaziergang wert – kahle Bäume, klare Blickachsen, die Erdpyramiden ohne Laub. Danach in die Innenstadt zum Markt ist eine gute Kombination.
Anfahrt
Mit der Bahn: Von Berlin fährt der RE2 direkt nach Cottbus, ab Berlin Hauptbahnhof je nach Verbindung rund 1:15 bis 1:30 Stunden. Der Regionalexpress hält unter anderem in Berlin Ostkreuz und Königs Wusterhausen. Vom Cottbuser Hauptbahnhof sind es zu Fuß etwa 15 bis 20 Minuten in die Innenstadt, alternativ fahren Straßenbahnen Richtung Stadtzentrum. Für uns ist das die entspanntere Variante – Glühwein und Autofahren passen ohnehin schlecht zusammen.
Mit dem Auto: Ab Berlin über die A13 Richtung Dresden, dann auf die A15 Richtung Cottbus/Forst. Reine Fahrzeit rund 1:15 bis 1:30 Stunden. In der Innenstadt gibt es mehrere Parkhäuser rund um die Stadtpromenade; an den Adventswochenenden solltet ihr aber mit Suchzeit rechnen. Wer flexibel ist, parkt etwas außerhalb des Zentrums und läuft die letzten Minuten.
Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und Programm findet ihr auf der Website der Stadt Cottbus.
Beste Jahreszeit
Das ist die einfachste Frage des Artikels: Advent. Der Markt läuft in der Regel von Ende November bis kurz vor Weihnachten.
Unsere ehrliche Empfehlung: kommt am späten Nachmittag oder abends. Bei Tageslicht ist es ein Weihnachtsmarkt wie viele andere – die Sterne und die Beleuchtung entfalten ihre Wirkung erst in der Dämmerung. Wer die Ruhe mag, fährt unter der Woche. An den Adventssamstagen wird es auf dem Altmarkt eng, und „eng” ist hier wörtlich gemeint, weil der Platz nicht besonders groß ist.
Kaltes, trockenes Wetter ist natürlich am schönsten. Bei Nieselregen leiden Stimmung und Fotos gleichermaßen.
Kosten
Der Eintritt auf den Weihnachtsmarkt ist frei – das ist bei Brandenburger Märkten die Regel und war auch hier so.
Bezahlt wird an den Ständen: Glühwein lag zum Zeitpunkt unseres Besuchs im üblichen Rahmen von etwa vier bis fünf Euro plus Pfand, Essen entsprechend. Die Fahrt mit dem Riesenrad kostet extra, die Preise hängen am Kassenhäuschen aus. Alles Angaben nach unserem Eindruck vor Ort – verbindlich ist, was dransteht.
Wer mit der Bahn anreist, kommt mit dem Brandenburg-Berlin-Ticket oder dem Deutschlandticket günstig hin und zurück.
Unsere Tipps
- Nach Sonnenuntergang kommen. Die 1.000 Sterne sind der Grund für die Fahrt, und die sieht man erst im Dunkeln richtig.
- Mit der Bahn anreisen. RE2 ab Berlin, direkt, und niemand muss auf den Glühwein verzichten.
- Riesenrad einplanen. Der Blick von oben auf den beleuchteten Altmarkt ist das, was diesen Markt von anderen unterscheidet. Wer Höhe scheut, bleibt unten bei der Pyramide.
- Unter der Woche oder früh am Abend. An den Adventssamstagen wird es auf dem kleinen Marktplatz wirklich voll.
- Tag verlängern: Vorher Branitz, danach der Markt – so wird aus dem Abendausflug ein runder Tagestrip.
Häufige Fragen
Kostet der 1.000 Sterne Weihnachtsmarkt Eintritt?
Nein, der Zutritt ist frei. Bezahlt wird nur, was ihr an den Ständen konsumiert, plus Fahrgeschäfte wie das Riesenrad.
Wie komme ich ohne Auto von Berlin nach Cottbus?
Mit dem RE2 vom Berliner Hauptbahnhof direkt nach Cottbus, Fahrzeit etwa 1:15 bis 1:30 Stunden. Vom Hauptbahnhof sind es zu Fuß rund 15 bis 20 Minuten in die Innenstadt.
Lohnt sich die Fahrt aus Berlin für einen Weihnachtsmarkt?
Wenn ihr Lichtinstallationen mögt: ja. Das Warenangebot ist klassisch, aber die Sterne über der Altstadt, die Pyramide und das Riesenrad auf dem engen Altmarkt machen den Unterschied. Näher an Berlin liegen der Weihnachtsmarkt im Holländischen Viertel in Potsdam oder – kleiner und ländlicher – der Weihnachtsmarkt im Gut Leben Landresort bei Bernau.
Gibt es in der Nähe noch andere Adventsziele in Brandenburg?
Ja. Etwas nördlicher liegt die WaldWeihnacht im Forstbotanischen Garten Eberswalde, die mit Lichtern im Wald ein ganz anderes Konzept verfolgt. Für einen Cottbus-Tag reicht aber eigentlich die Stadt selbst.






