Fläming Skate RK2 – 12 km Anfängerrunde ab Luckenwalde

Vorsicht, die Anfänger kommen. Wir sind an einem Feiertagsmorgen im April mit geliehenem Selbstbewusstsein und neuen Inlinern zum Skaterpark Luckenwalde gefahren und die 12 Kilometer lange Runde RK2 der Fläming Skate abgefahren. Ergebnis: eine sehr entspannte Wald-und-Wiesen-Runde, auf der auch Leute ohne Technik nicht untergehen — und zwei Erwachsene, die noch üben müssen.
Wie wir überhaupt auf Rollen gekommen sind
Angefangen hat es beim Kind. Das wollte unbedingt Inliner fahren, und wir hatten wenig Lust, das ganze Wochenende nebenherzulaufen. Also haben wir uns selbst welche besorgt. Erwachsene Anfänger auf Rollen sind ein eigenes Genre: viel Konzentration, wenig Eleganz, und beim Bremsen macht man das erste Mal Bekanntschaft mit der eigenen Fußhaltung.
Die Fläming Skate ist für so etwas ziemlich perfekt. Das Wegenetz südlich von Berlin besteht aus asphaltierten, für den Autoverkehr weitgehend gesperrten Bahnen, die zu mehreren Rundkursen verknüpft sind. Die RK2 ist eine der beiden kleinen Runden, 12 Kilometer, Start und Ziel am Skaterpark in Luckenwalde. Für den ersten Versuch reicht das völlig.
Die Runde selbst
Der Belag war auf unserer Runde durchgehend gut. Keine aufgeplatzten Wurzelbuckel, kein Schotter, keine Stellen, an denen man absteigen und schieben muss. Genau das macht den Unterschied zu einem normalen Radweg: Man kann sich aufs Fahren konzentrieren und muss nicht ständig den Boden zwei Meter vor sich scannen.
Streckenmäßig ist die RK2 unspektakulär im besten Sinn. Wald, Felder, ein paar Wiesen, dazwischen Ortsränder. Der Fläming ist hier flach bis leicht wellig, es gibt keine Abfahrt, bei der einem als Anfänger die Nerven durchgehen. Genau das haben wir gesucht. Ein, zwei sanfte Gefällestücke reichen völlig, um zu merken, dass man das Bremsen noch nicht kann.
An dem Feiertagsvormittag war erstaunlich wenig los. Ein paar Rennradfahrer, zwei, drei andere Skater, ansonsten viel Ruhe. Wir sind gemütlich gefahren, mit Pausen, und haben für die 12 Kilometer inklusive Trinken, Verschnaufen und Sortieren rund eineinhalb Stunden gebraucht. Wer sicher fährt, ist deutlich schneller unterwegs.
Der Skaterpark in Luckenwalde als Start- und Zielpunkt hat den Vorteil, dass man dort in Ruhe die Schoner anlegen, die ersten Meter probieren und am Ende ohne Hektik wieder in die Schuhe wechseln kann. Wir haben unsere Tour über Komoot mitlaufen lassen, aber die Beschilderung der Fläming Skate ist so eindeutig, dass man sie eigentlich nicht braucht.
Ehrliches Fazit
Wir sind keine guten Skater geworden an diesem Vormittag. Wir sind ein bisschen weniger schlechte Skater geworden. Kurven mit Tempo bleiben Glückssache, das Bremsen ist eher eine Verhandlung als eine Technik. Aber genau dafür ist diese Runde da: viel Platz, keine Autos, kein Publikum, das zuschaut. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen, und auf der RK2 fällt man wenigstens weich in die eigene Lernkurve.
Wer landschaftliche Höhepunkte erwartet, wird die Runde nüchtern finden. Sie ist ein Sportweg, kein Panoramaweg. Für die schönen Fläming-Bilder muss man weiter in den Hohen Fläming, etwa zum Rundwanderweg 42 ab Burg Rabenstein. Hier geht es ums Fahren.
Anfahrt
Mit der Bahn: Luckenwalde liegt an der Regionalbahnstrecke Berlin–Jüterbog, der RE3 hält hier. Ab Berlin Hauptbahnhof oder Südkreuz ist man in gut 45 Minuten bis einer Stunde da. Vom Bahnhof Luckenwalde sind es nur ein paar Minuten zum Skaterpark. Fahrkarte: Berlin ABC reicht nicht, man braucht ein Ticket bis Luckenwalde — mit dem Deutschlandticket ist es ohnehin abgedeckt. Inliner lassen sich problemlos im Rucksack transportieren, das ist der große Vorteil gegenüber der Radtour.
Mit dem Auto: Von Berlin über die A10 (südlicher Ring) und dann die B101 Richtung Ludwigsfelde–Luckenwalde, rund 60 Kilometer, je nach Startpunkt etwa eine Stunde. Am Skaterpark gibt es Parkmöglichkeiten. Wer mehrere Runden kombinieren will, kann auch an einem der anderen ausgeschilderten Einstiege parken, die Fläming Skate hat entlang des Netzes mehrere Startpunkte.
Beste Jahreszeit
April war gut. Trockene Strecke, kühle Luft, wenig Betrieb — beim Skaten schwitzt man schneller, als man denkt, deshalb sind 12 bis 18 Grad angenehmer als Hochsommer. Die Monate April bis Juni und September bis Oktober sind unserer Erfahrung nach ideal.
Im Hochsommer wird es auf den offenen Abschnitten heiß, dafür sind die Waldstücke schattig. Wichtig ist vor allem: Der Asphalt muss trocken sein. Nasse Strecke plus Anfänger plus Bremsen, das ist eine schlechte Kombination. Auch feuchtes Laub im Spätherbst und Sandverwehungen nach Regen können rutschig sein. Im Winter ist die Fläming Skate praktisch keine Option.
An Feiertagen und schönen Sommerwochenenden ist auf den beliebteren Abschnitten mehr los. Wer als Anfänger üben will, fährt besser früh am Vormittag.
Kosten
Die Nutzung der Fläming Skate ist kostenlos. Kein Eintritt, keine Gebühr, keine Anmeldung. Auch der Skaterpark Luckenwalde als Start- und Zielpunkt kostet nichts.
Was kostet, ist die Ausrüstung: Inliner plus Helm und Schoner. Wer erst mal ausprobieren will, findet in der Region Verleihstationen — die Angebote und Öffnungszeiten wechseln, das prüft man am besten kurzfristig. Dazu kommen Anfahrt und Verpflegung. Wir haben Wasser und ein paar Kekse mitgehabt, unterwegs auf der RK2 sollte man sich nicht auf eine Einkehr verlassen.
Unsere Tipps
- Schoner tragen, alle. Handgelenke zuerst, dann Knie, dann Helm. Als Anfänger fällt man, das ist keine Frage des Ob. Wer es sich sparen will, spart an der falschen Stelle.
- Mit der RK2 anfangen, nicht mit den großen Runden. 12 Kilometer klingen wenig, sind auf Rollen aber ein solider Einstieg. Die großen Rundkurse der Fläming Skate haben deutlich mehr Kilometer, das kann man später steigern.
- Bremsen vorher üben. Am besten auf dem Gelände des Skaterparks, bevor es losgeht. Zehn Minuten dort ersparen unterwegs viel Panik.
- Vormittags starten. Wenig Verkehr auf der Strecke, kühlere Temperaturen, und man hat den Nachmittag noch frei.
- Danach in die Therme. Die Fläming-Therme in Luckenwalde liegt praktischerweise gleich vor Ort. Nach zwölf Kilometern auf Rollen fühlt sich warmes Wasser sehr überzeugend an.
- Im Frühjahr Spargel einplanen. Von Luckenwalde ist es nicht weit Richtung Beelitz — passt gut als zweiter Programmpunkt.
Häufige Fragen
Ist die RK2 wirklich für Anfänger geeignet?
Ja. Die Strecke ist flach bis leicht wellig, gut asphaltiert und weitgehend autofrei. Man braucht keine Technik, nur Geduld. Wir sind sie als komplette Anfänger gefahren und haben es überlebt — mit Schonern.
Wie lange braucht man für die 12 Kilometer?
Wir haben gemütlich mit Pausen rund eineinhalb Stunden gebraucht. Wer sicher skatet, schafft die Runde in unter einer Stunde. Mit Kindern lieber großzügig planen.
Kann man die Strecke auch mit dem Fahrrad fahren?
Ja, die Fläming Skate ist für Skater, Radfahrer und Fußgänger freigegeben. Der glatte Asphalt macht sie auch für Rennräder und Kinderräder attraktiv. Gegenseitige Rücksicht ist auf den schmaleren Abschnitten Pflicht.
Kommt man ohne Auto hin?
Problemlos. Luckenwalde hat einen Bahnhof am RE3, ab Berlin ist man in knapp einer Stunde dort, und vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten zum Skaterpark. Inliner passen in jeden Rucksack.











