Seen & Gewässer

Bernsteinsee bei Ruhlsdorf – türkises Wasser und der Strand hinter dem Wald

Von Jan Heinemann · 30. Juli 2026 · Zuletzt besucht: Juli 2026 · Region: Barnim & Schorfheide

Bernsteinsee bei Ruhlsdorf – türkises Wasser und der Strand hinter dem Wald

Es gibt Tage, an denen in Berlin die Luft steht und man einfach nur ins Wasser will. So ein Tag war das, als wir zum Bernsteinsee bei Ruhlsdorf gefahren sind. Das Wasser leuchtet dort in der Sonne tatsächlich türkisblau, und auf der Südwestseite liegt ein breiter Sandstrand, den man erst nach einem kleinen Waldstück erreicht. Versteckt ist der aber nur auf dem Papier – gefunden hat ihn längst jeder.

Türkis, Sand und wenig Schatten

Der Bernsteinsee gehört zur Gemeinde Marienwerder im Barnim, Ortsteil Ruhlsdorf. Von außen sieht man ihm nicht viel an: Wald, ein Weg, ein paar geparkte Autos. Wer auf die Südwest-Seite will, geht ein kurzes Stück durch den Kiefernwald – und steht dann an einem großzügigen Sandstrand, wie man ihn an Brandenburger Seen selten so breit findet.

Das Wasser ist der eigentliche Grund, hierherzukommen. Es hat diesen hellen Türkiston, den man von gefluteten Kiesgruben kennt: klar, sandiger Grund, und je nach Sonnenstand wechselt die Farbe von Hellblau ins Grünliche. Zum Baden ist das perfekt. Der Einstieg über den Sand ist unkompliziert, und weil der Strand so lang ist, verteilen sich auch an heißen Ferientagen die Leute halbwegs.

Einen echten Nachteil hat der Strand allerdings: Schatten gibt es kaum. Die Bäume stehen hinter dem Sand, nicht darauf, und wer sich mittags ohne Plan hinlegt, hat spätestens nach einer Stunde ein Problem. Wir würden das nächste Mal wieder Strandmuschel oder Sonnenschirm mitnehmen – oder wenigstens ein großes Tuch, das man irgendwie aufspannen kann. Sonnencreme sowieso.

Nach dem Baden waren wir noch im Eiscafé am See. Kein besonders spektakulärer Abschluss, aber genau der richtige: Eis in der Hand, Salz und Sand noch auf der Haut, langsam zurück zum Auto. Wenn wir Eis in Brandenburg sammeln, landet so ein Nachmittag zuverlässig in unserer Liste der besten Eisdielen und Eiscafés in Brandenburg.

Wichtig zu wissen: Das ist keine bewirtschaftete Badeanstalt. Keine Aufsicht, keine Umkleiden, kein Kiosk direkt am Strand. Wer mit Kindern kommt, sollte im Wasser dabeibleiben – bei ehemaligen Abbaugewässern kann es unterschiedlich schnell tief werden, und Kaltwasserzonen sind auch möglich. Und was man mitbringt, nimmt man wieder mit. Am späten Nachmittag sah man am Strand, dass sich nicht alle daran halten.

Wer den Barnim kennt, kennt vermutlich die üblichen Badeadressen: Liepnitzsee, Wandlitzer See, Werbellinsee. Der Bernsteinsee ist die kleinere, unaufgeregtere Variante – mit dem schöneren Wasserfarbton, aber ohne Infrastruktur.

Anfahrt

Mit dem ÖPNV: Ruhlsdorf liegt an der Heidekrautbahn (RB27). Ab Berlin-Karow bzw. über Basdorf geht es Richtung Groß Schönebeck, der Halt heißt Ruhlsdorf-Zerpenschleuse. Von dort sind es zu Fuß rund 20 bis 30 Minuten bis zum See – ein Fahrrad im Zug ist deutlich bequemer. Die Heidekrautbahn fährt nicht im Zehn-Minuten-Takt, den Rückweg also vorher anschauen.

Mit dem Auto: Aus Berlin über die A11 Richtung Prenzlau, Abfahrt Wandlitz, dann über Klosterfelde und Zerpenschleuse nach Ruhlsdorf. Alternativ über Bernau, Biesenthal und Marienwerder. Vom Berliner Norden aus ist man in etwa 45 bis 60 Minuten da. Geparkt wird am Waldrand bzw. an den Zufahrten – ausgewiesene große Parkplätze mit Schranke und Kassenautomat gibt es nicht, und an sehr heißen Wochenenden wird es entsprechend eng. Wer früh kommt, hat es leichter. Bitte Zufahrten und Feuerwehrwege frei lassen.

Beste Jahreszeit

Das ist ein reiner Sommersee. Sein Argument ist das türkise Wasser in der Sonne – bei grauem Himmel bleibt davon wenig übrig, dann ist es einfach ein Sandloch mit Wald drumherum. Ideal sind Juni bis August, am besten am Vormittag oder ab dem späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr senkrecht auf den schattenlosen Strand knallt.

Im Frühjahr ist das Wasser in solchen tiefen Grubenseen noch länger kühl als in flachen Waldseen. Im Herbst kann ein klarer Septembertag noch schön sein, dann hat man den Strand fast für sich. Winter: eher ein Spaziergangsziel als ein Ausflugsziel.

Kosten

Bei unserem Besuch kostete der Strand keinen Eintritt – es gibt kein Kassenhäuschen und keine Bewirtschaftung. Geld haben wir nur für das Eis am See ausgegeben, also ein paar Euro pro Person. Wer mit dem Auto kommt, sollte trotzdem etwas Kleingeld dabeihaben, falls an Zufahrten Parkgebühren erhoben werden; verlässlich planen lässt sich das nicht. Mit dem ÖPNV genügt ein VBB-Ticket im entsprechenden Tarifbereich.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Ist das Wasser am Bernsteinsee wirklich türkis?

Bei Sonne ja. Der helle, sandige Grund und das klare Wasser sorgen für diesen Farbton, der auf Fotos oft nach Filter aussieht. Bei bedecktem Himmel ist der Effekt deutlich schwächer.

Gibt es einen offiziellen Strand mit Aufsicht?

Nein. Der Sandstrand auf der Südwestseite ist eine freie Badestelle ohne Rettungsschwimmer, Umkleiden oder Toiletten. Wer mit Kindern oder Nichtschwimmern kommt, sollte entsprechend aufpassen.

Komme ich ohne Auto hin?

Ja, über die Heidekrautbahn (RB27) bis Ruhlsdorf-Zerpenschleuse, danach ein Fußweg von rund einer halben Stunde. Mit Fahrrad im Zug ist es deutlich angenehmer. Fahrpläne vorher prüfen, die Takte sind überschaubar.

Lohnt sich der See auch außerhalb des Sommers?

Zum Baden kaum. Für einen kurzen Spaziergang am Wasser im September oder Oktober schon – dann ist der Strand leer, und man sieht, wie groß er eigentlich ist.