Hartmannsdorf bei Lübben – 12-km-Runde zwischen Ober- und Unterspreewald

Der Spreewald ist für die meisten Berliner:innen: Lübbenau, Kahnfahrt, Gurkenglas. Dass zwischen Ober- und Unterspreewald auch einfach eine ruhige Wanderlandschaft liegt, in der man stundenlang niemanden trifft, wissen deutlich weniger. Unsere 12-km-Runde ab Hartmannsdorf bei Lübben führt an der Hauptspree entlang und an einer Reihe von Teichen und Seen vorbei – und war einer der schönsten Septembertage, die wir in Brandenburg hatten.
Zwischen Hauptspree und Teichen
Hartmannsdorf ist ein Ortsteil von Lübben, ein paar Kilometer südöstlich der Stadt. Kein Touristenort, kein Parkplatz mit Schranke, keine Kahnanlegestelle. Genau deshalb funktioniert es hier: Man startet im Dorf, läuft raus, und nach wenigen Minuten ist die Landschaft da.
Der Weg führt ein gutes Stück an der Hauptspree entlang. Das ist der Fluss, bevor er sich weiter nördlich in die vielen Fließe des Unterspreewalds aufteilt – hier ist er noch als Fluss erkennbar, mit Uferbewuchs, gelegentlichen Durchblicken aufs Wasser und dem typisch dunklen, ruhigen Spreewaldwasser. Dazwischen liegen Teiche und kleinere Seen; die Gegend um Hartmannsdorf ist alte Teichwirtschaft, und das merkt man an den vielen stillen Wasserflächen abseits des Flusses.
Im September war das Licht schon flach und warm, die Wiesen abgemäht, die Erlen noch grün. Kaum Mücken – was im Spreewald keine Selbstverständlichkeit ist. Wir haben auf den 12 Kilometern vielleicht eine Handvoll Menschen gesehen, die meisten davon auf Rädern.
Ehrlich gesagt: Spektakuläre Aussichtspunkte gibt es auf dieser Runde nicht. Es ist flach, es ist grün, es ist Wasser. Wer Höhenmeter und Panoramen sucht, ist im Hohen Fläming oder in den Rauener Bergen besser aufgehoben. Wer dagegen drei Stunden gleichmäßig gehen und dabei den Kopf leer bekommen will, findet hier genau das.
Die genaue Route haben wir auf Komoot hinterlegt. Wer selbst plant: Die Wege sind meist gut markiert, aber es gibt auch Abschnitte auf Feld- und Wirtschaftswegen ohne Beschilderung – eine Karte auf dem Handy schadet nicht.
Anfahrt
Mit der Bahn: Der RE2 fährt von Berlin Hauptbahnhof über Königs Wusterhausen nach Lübben (Spreewald), Fahrzeit etwa eine Stunde. Von Lübben sind es rund fünf Kilometer bis Hartmannsdorf – machbar mit dem Rad (Fahrradmitnahme im RE2 ist möglich, am Wochenende aber oft voll), zu Fuß über Feldwege als Zugabe zur Runde, oder mit dem Bus. Wer ohne Auto kommt, kann die Tour auch einfach in Lübben starten und als längere Strecke laufen.
Mit dem Auto: Über die A13 Richtung Dresden bis Abfahrt Freiwalde oder Duben, dann auf die B115 nach Lübben und weiter nach Hartmannsdorf. Aus Berlin-Mitte rund eine Stunde. Geparkt wird im Dorf am Straßenrand – bitte rücksichtsvoll, es ist ein Wohnort und kein Wanderparkplatz.
Beste Jahreszeit
September war ideal: warm genug für kurze Ärmel, kühl genug zum Laufen, kaum Mücken, und das Licht ist im Spreewald im Spätsommer besonders schön. Der Mai funktioniert ähnlich gut, bevor die Stechmückensaison richtig losgeht.
Hochsommer ist auf den offenen Abschnitten schattenlos und mückenreich – wenn, dann früh morgens oder am späten Nachmittag. Im Winter ist die Runde gut machbar, aber die Wiesenwege können matschig bis knöcheltief nass sein; feste Schuhe sind dann Pflicht. Nach längeren Regenphasen oder bei Hochwasser im Frühjahr lohnt vorher ein Blick auf die Wegeverhältnisse. Wer trotzdem Lust auf die kalte Jahreszeit hat, findet in unseren Neujahrsspaziergängen durch Brandenburg winterliche Alternativen, auch aus dem Spreewald.
Kosten
Die Runde ist kostenlos. Kein Eintritt, keine Parkgebühr, keine Schranke. Einzige Kosten: Anfahrt und das, was man unterwegs oder danach isst und trinkt. Mit dem Deutschlandticket ist die Bahnfahrt nach Lübben abgedeckt, sonst kostet ein Einzelticket Berlin–Lübben derzeit rund 13 Euro einfach; mit dem Auto liegt man je nach Wagen bei etwa 15 bis 20 Euro Sprit für Hin- und Rückweg. Zur Einkehr haben wir auf der Tour selbst nichts gefunden – wir hatten alles dabei. In Lübben gibt es danach reichlich Auswahl.
Unsere Tipps
- Proviant mitnehmen. Auf der Runde gibt es keine verlässliche Einkehr. Wasser, Obst, Brote – und die Einkehr danach in Lübben einplanen.
- Mückenschutz in die Tasche, auch im September. In Ufernähe und nach Regen sind sie schnell wieder da.
- Route vorher offline speichern. Der Handyempfang ist in Teilen des Spreewalds dünn, und einige Abschnitte laufen über unbeschilderte Feldwege.
- Mit einer Kahnfahrt kombinieren. Wer den klassischen Spreewald noch nicht kennt: Die Wanderung am Vormittag, nachmittags eine Kahnfahrt ab Lübbenau – das ergibt einen vollen, sehr unterschiedlichen Tag.
- Früh losfahren. Der RE2 Richtung Cottbus ist an Sommerwochenenden voll, besonders mit Rädern. Eine Verbindung früher spart Nerven.
- Mit Lübben kombinieren. Der Ort hat ein hübsches Schloss mit Park und einen Hafen. Nach der Wanderung noch ein, zwei Stunden dort anzuhängen, lohnt sich – erst recht, wenn man mit der Bahn kommt und ohnehin am Bahnhof startet.
Häufige Fragen
Wie lang und wie schwer ist die Runde?
Gut 12 Kilometer, praktisch ohne Steigung. Zu Fuß sind das je nach Tempo und Pausen etwa drei bis dreieinhalb Stunden. Konditionell anspruchslos, aber lang genug, dass bequeme Schuhe eine gute Idee sind.
Geht die Tour auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl?
Nur eingeschränkt. Es sind teils feste Wirtschaftswege, teils Wiesen- und Uferpfade dabei, die nach Regen weich werden. Für einen geländegängigen Buggy in trockenen Wochen denkbar, als barrierefreie Runde würden wir sie nicht empfehlen.
Kann man die Strecke auch mit dem Rad fahren?
Ja, weite Teile lassen sich gut radeln – die Gegend um Lübben ist ohnehin Radfahrerland. Mit dem Rad wird aus der 12-km-Runde allerdings schnell eine kurze Angelegenheit; dann lohnt es sich, die Schleife Richtung Lübben oder in den Unterspreewald zu verlängern.
Kommt man ohne Auto hin?
Ja. Lübben ist mit dem RE2 ab Berlin in rund einer Stunde erreichbar. Von dort sind es etwa fünf Kilometer nach Hartmannsdorf – mit dem Rad, per Bus oder zu Fuß als Verlängerung der Wanderung.


















