Krummer See und Sutschketal – 9-km-Wanderrunde bei Bestensee

Ende März, die ersten wirklich warmen Tage, und wir wollten raus – aber nicht weit. Der Krumme See zwischen Königs Wusterhausen und Bestensee liegt so nah an Berlin, dass man fast vergisst, dass es dort hinten überhaupt Wald gibt. Herausgekommen ist eine knapp 9 Kilometer lange Runde durch Kiefernwald, am See entlang und durchs Sutschketal. Abwechslungsreicher, als wir erwartet hatten.
Frühling in Brandenburg
Wir haben diesen Fleck inzwischen zweimal besucht, beide Male im März. Und beide Male war es genau das, wofür man im Frühjahr rausfährt: die Sonne steht schon etwas höher, der Waldboden riecht nach nassem Kiefernnadel-Teppich, und die Buchen und Birken sind noch kahl genug, dass man durch den Wald hindurch bis zum Wasser schauen kann. Im Sommer ist das anders – da schließt sich das Grün und der See versteckt sich.
Der Krumme See macht seinem Namen alle Ehre: ein langgezogener, gebogener Rinnensee, wie es sie in dieser Ecke des Dahme-Seenlands häufiger gibt. Kein Badesee-Trubel, keine Strandbar, keine Parkplatzschlange. Am Ufer stehen Kiefern bis fast ans Wasser, dazwischen Schilf. Wir sind an mehreren Stellen ans Ufer runter, einfach weil es ging und weil man da gut steht und aufs Wasser guckt.
Der zweite Teil der Runde führt durchs Sutschketal. Das ist eine flache, feuchte Senke – Erlen, Bruchwald, in Teilen richtig weich unter den Füßen. Der Kontrast zum trockenen Kiefernwald oben macht die Tour aus. Man läuft nicht 9 Kilometer durch dieselbe Landschaft, sondern wechselt mehrfach den Charakter. Das ist im märkischen Sand keine Selbstverständlichkeit.
Wander-Highlights im klassischen Sinn gibt es hier nicht. Keine Aussichtstürme, keine Burgruine, keine Einkehr mitten in der Runde. Wer das braucht, ist hier falsch. Wer eine ruhige Halbtagesrunde ohne große Planung sucht, ist genau richtig. Uns sind an einem sonnigen Sonntag im März überschaubar viele Menschen begegnet – ein paar Hundebesitzer, zwei, drei Radfahrer.
Die genaue Tour haben wir wie immer auf unserem Komoot-Account hinterlegt. Empfehlenswert, denn die Wegführung ist nicht durchgehend beschildert. Es gibt markierte Wanderwege in der Gegend, aber die Runde, die wir gelaufen sind, setzt sich aus mehreren Wegen zusammen. Mit Karte auf dem Handy kein Problem, ohne kann man sich schon mal verfransen.
Anfahrt
Mit den Öffentlichen: Das ist hier tatsächlich der bequemere Weg. Königs Wusterhausen erreicht man ab Berlin mit der S46 (aus Richtung Südkreuz/Grünau) sowie mit den Regionalzügen RE2 und RE7 – ab Berlin Hauptbahnhof in gut 30 bis 40 Minuten. Von Königs Wusterhausen weiter mit der RB24 Richtung Lübbenau bis Bestensee, das sind noch einmal wenige Minuten. Beide Bahnhöfe eignen sich als Start- oder Endpunkt, was die Runde flexibel macht: Man kann auch einfach von KW nach Bestensee durchlaufen und dort in den Zug steigen. Alles im VBB-Tarifbereich C bzw. mit Anschlussticket – ein normales Berlin-ABC-Ticket reicht bis Königs Wusterhausen.
Mit dem Auto: Über die A13 (Abfahrt Bestensee) oder die B179 ab Berlin-Schönefeld/Waltersdorf. Von der Berliner Stadtgrenze sind es je nach Startpunkt 30 bis 45 Minuten. Parken lässt sich in Bestensee im Ort, ausgewiesene Wanderparkplätze am Krummen See sind uns nicht aufgefallen. Wir würden im Zweifel die Bahn nehmen – die Runde ist ohnehin schöner, wenn man sie als Strecke statt als Rundweg laufen kann.
Beste Jahreszeit
März und April sind aus unserer Sicht ideal, und genau deshalb waren wir zweimal in dieser Zeit da. Das Laub ist noch nicht dicht, man sieht mehr vom See, der Boden im Sutschketal ist feucht, aber begehbar, und es ist angenehm leer. Der Herbst dürfte ähnlich gut funktionieren.
Im Hochsommer wird der Kiefernwald schnell warm und schattenarm, und die feuchten Abschnitte bringen Mücken mit. Nach längeren Regenphasen im Winter kann es im Talbereich matschig werden – festes Schuhwerk ist ohnehin sinnvoll, Turnschuhe reichen bei trockenem Wetter aber aus.
Kosten
Die Wanderung kostet nichts. Kein Eintritt, keine Parkgebühr, die uns aufgefallen wäre. Die einzigen Ausgaben sind die Anreise – mit dem VBB-Ticket ab Berlin oder das Benzin – und was ihr euch unterwegs oder danach gönnt. Verpflegung solltet ihr mitbringen: Auf der Runde selbst gibt es keine Einkehr. In Bestensee und in Königs Wusterhausen findet ihr danach Bäcker, Imbisse und Gastronomie.
Unsere Tipps
- Tour vorher aufs Handy laden. Die Wegführung ist nicht durchgehend markiert. Mit GPX-Track läuft es sich deutlich entspannter, gerade an den Abzweigen im Wald.
- Als Punkt-zu-Punkt-Wanderung planen. Start in Königs Wusterhausen, Ziel Bestensee (oder umgekehrt) – dann braucht ihr kein Auto und könnt die Strecke nach Lust verlängern oder abkürzen.
- Wasser und Snacks mitnehmen. Unterwegs gibt es keine Versorgung. Eine Thermoskanne Kaffee macht sich an einem der Uferplätze am Krummen See gut.
- Schuhe, die nass werden dürfen. Das Sutschketal ist eine feuchte Senke. Im Frühjahr und nach Regen sind einzelne Abschnitte weich.
- Verbinden mit einem See-Nachmittag. Wer im Sommer kommt, kann die Runde mit einem Badestopp in der Region kombinieren – die Gegend ums Zesch am See und der Wasserski-Park Zossen liegen nicht weit entfernt.
Häufige Fragen
Wie lang ist die Runde am Krummen See?
Unsere Tour hatte knapp 9 Kilometer. Wir haben mit Pausen und ein paar Abstechern ans Ufer rund zweieinhalb Stunden gebraucht. Die Strecke ist flach und ohne nennenswerte Steigungen, also auch für Gelegenheitswanderer gut machbar.
Kann man im Krummen See baden?
Einen ausgewiesenen Badestrand mit Infrastruktur haben wir nicht gesehen – das ist kein klassischer Badesee wie der Große Wochowsee bei Storkow. Wir waren im März da und haben es nicht ausprobiert. Wer baden will, sollte in der Region gezielt einen See mit Badestelle ansteuern.
Ist die Wanderung ohne Auto machbar?
Ja, und das ist sogar die bessere Variante. Königs Wusterhausen und Bestensee liegen beide an der Bahn, die Runde lässt sich problemlos zwischen den beiden Bahnhöfen laufen. Ab Berlin Hauptbahnhof seid ihr in etwa 45 Minuten am Startpunkt.
Lohnt sich der Ausflug auch mit Hund?
Aus unserer Beobachtung ja – uns sind mehrere Hundebesitzer begegnet, die Wege sind breit und weich, und es gibt kaum Straßenquerungen. Im Sutschketal solltet ihr im Frühjahr wegen der Brutzeit auf die Leinenpflicht achten.
Wer nach der Runde noch Lust auf einen kleinen Ortsbummel hat: Ein Nachmittagsspaziergang in Storkow lässt sich gut anhängen, das sind mit dem Auto rund 30 Minuten Richtung Osten.











