Salzweg Storkow – 8,5 km Rundweg durch die Storkower Salzwiesen

Storkow ist einer der Orte, an die wir immer wieder zurückkommen – neunmal waren wir mittlerweile dort. Beim letzten Mal, an einem Januarsonntag, sind wir den Salzweg gelaufen: 8,5 Kilometer von der Burg über die Luchwiesen nach Philadelphia und Groß Schauen und an den Marstall- und Burgwiesen wieder zurück. Der Vormittag lag komplett unter Raureif, ab Mittag kam die Sonne. Besser kann ein Wintertag in Brandenburg kaum laufen.
Salzwiesen mitten in Brandenburg
Der Name des Weges ist kein Marketing. Rund um Storkow gibt es Binnensalzstellen – Flächen, an denen salzhaltiges Grundwasser nach oben drückt und Pflanzen wachsen lässt, die man sonst an der Küste erwartet. Im Januar sieht man davon botanisch natürlich wenig. Was man sieht: eine offene, flache Luchlandschaft, in der der Blick weit trägt, und im Frost eine Landschaft, die aussieht, als hätte jemand Puderzucker darübergestäubt.
Wir sind an der Burg Storkow gestartet, dem naheliegenden Ausgangspunkt mit Parkplätzen und Toiletten. Von dort geht es hinaus in die Luchwiesen. Der erste Abschnitt ist der offenste – viel Himmel, Schilf, Gräben, und ziemlich schnell hat man die Stadt hinter sich gelassen. Auffällig war vor allem die Geräuschkulisse: Vogelgeräusche fast durchgehend, sonst nichts. Kein Verkehr, kein Rasenmäher, nichts.
Dann kommt Philadelphia. Ja, wirklich. Der Storkower Ortsteil trägt diesen Namen seit dem 18. Jahrhundert, und ja, es gibt ein Ortsschild, vor dem man sich fotografieren kann. Wir haben es getan. Danach weiter nach Groß Schauen, ebenfalls ein Ortsteil, mit Teichlandschaft und Fischerei in der Nähe. Unterwegs steht ein Aussichtsturm, von dem aus man die Wiesen und Teiche gut überblickt – der Umweg nach oben lohnt sich, gerade wenn die Luft im Winter klar ist.
Der Rückweg führt über die Marstall- und Burgwiesen zurück zur Burg. Insgesamt eine sehr abwechslungsreiche Strecke: offenes Luch, zwei Ortschaften, Waldstücke, Aussichtsturm, Stadtrand. Kaum Steigung, überwiegend gut befestigte Wege. Wir haben rund zweieinhalb Stunden gebraucht, mit Pausen und Fotostopps etwas mehr.
Wer nach der Runde noch Lust auf mehr Storkow hat: Der Altstadtkern ist überschaubar, aber angenehm. Wir haben ihn bei einem anderen Besuch in Ruhe angeschaut – nachzulesen in unserem Nachmittagsspaziergang in Storkow. Und wenn es eher an einen See gehen soll, liegt der Große Wochowsee nur ein paar Kilometer entfernt.
Storkow im Sommer: Festival in der ganzen Stadt
Storkow kann auch anders. Im August 2023 waren wir beim Alina-e-Lumr-Festival, das über drei Tage an verschiedenen Orten in der Stadt stattfindet – Burg, Marktplatz, Kirche, MitMachPark Irrlandia und noch einige mehr. Wir haben Keramik bemalt, einen Imker-Workshop mitgemacht und viel gute Musik gehört. Die Stadt war geschmückt, die Stimmung entspannt, es waren viele nette Leute da. Organisiert wird das Ganze von Freunden von uns, die seit Jahren viel Herzblut hineinstecken – deshalb der Hinweis, auch wenn er hier eigentlich nicht in einen Wanderartikel gehört. Wer im Sommer nach Storkow fährt, sollte den Festivaltermin im Blick behalten.
Anfahrt
Storkow (Mark) liegt im Landkreis Oder-Spree, rund 60 Kilometer südöstlich von Berlin.
Mit den Öffentlichen: Storkow hat einen Bahnhof an der Strecke Königs Wusterhausen–Beeskow–Frankfurt (Oder). Von Berlin geht es per S-Bahn oder Regionalbahn nach Königs Wusterhausen und dort in die Regionalbahn Richtung Beeskow. Wichtig: Der Bahnhof liegt ein gutes Stück außerhalb des Stadtkerns, man läuft noch rund zwei bis drei Kilometer bis zur Burg – oder nimmt den Bus. Wer den Fußweg mitzählt, sollte die Tagesplanung entsprechend anpassen.
Mit dem Auto: Über die A12 (Abfahrt Storkow) oder über Landstraßen ab Berlin-Süden, je nach Startpunkt gut eine Stunde. An der Burg Storkow gibt es Parkplätze, von dort startet der Rundweg direkt.
Beste Jahreszeit
Wir haben den Salzweg im Winter erlebt und würden ihn genau dafür empfehlen. Die Landschaft ist offen, es gibt kaum Schatten – an einem klaren Frosttag mit Sonne ist das ideal, im Hochsommer mittags eher anstrengend. Im Winter kommt dazu, dass man die Weite ohne Blattwerk voll ausnutzen kann.
Frühling und Herbst funktionieren ebenfalls gut, im Frühjahr kommt die Vogelwelt dazu, im Spätsommer die Salzpflanzen. Bei längeren Regenperioden kann es auf den Wiesenabschnitten matschig werden – feste Schuhe sind ohnehin sinnvoll.
Kosten
Der Rundweg ist frei zugänglich und kostet nichts. Parken an der Burg war bei unserem Besuch kostenlos, das kann sich ändern. Eintritt fällt nur an, wenn man zusätzlich die Burg Storkow besichtigt oder in Groß Schauen einkehrt. Aktuelle Infos zu Burg, Öffnungszeiten und Veranstaltungen gibt es auf storkow.de.
Unsere Tipps
- An der Burg starten. Parkplätze, Toiletten und ein klarer Wegeinstieg – das spart Sucherei. Die Runde lässt sich in beide Richtungen laufen.
- Den Aussichtsturm mitnehmen. Er liegt nicht direkt auf der kürzesten Linie, ist aber der beste Punkt für den Überblick über Wiesen und Teiche.
- Fernglas einpacken. Die Vogelgeräusche waren im Januar durchgehend zu hören – mit Fernglas sieht man auch, wer da singt.
- Warm anziehen. Im offenen Luch gibt es keinen Windschutz. Bei Frost und Wind fühlen sich 8,5 Kilometer deutlich länger an.
- Einkehr vorher prüfen. Unterwegs in Philadelphia und Groß Schauen gibt es Gastronomie, im Winter aber oft mit eingeschränkten Zeiten. Thermoskanne schadet nicht. Wer lieber danach essen geht: In der Region gibt es einige gute Adressen, etwa das Fisch-Haus in Wendisch Rietz.
Häufige Fragen
Wie lang ist der Salzweg genau?
Unsere Runde ab Burg Storkow über Luchwiesen, Philadelphia, Groß Schauen und die Marstall- und Burgwiesen war gut 8,5 Kilometer lang. Mit Pausen sollte man zweieinhalb bis drei Stunden einplanen.
Ist die Strecke für Kinder oder Kinderwagen geeignet?
Steigungen gibt es praktisch keine, die Wege sind überwiegend gut befestigt. Für ältere Kinder ist die Runde machbar. Mit Kinderwagen kann es nach Regen auf den Wiesenabschnitten schwierig werden – ein geländegängiges Modell ist von Vorteil.
Sieht man die Salzwiesen als Laie überhaupt?
Im Winter kaum. Die salztypische Vegetation zeigt sich im Sommer und Spätsommer. Wer wegen der Botanik kommt, sollte entsprechend planen. Als Landschaftsrunde funktioniert der Weg aber das ganze Jahr.
Lohnt sich Storkow auch ohne Wanderung?
Ja. Burg, Marktplatz und der kleine Altstadtkern sind einen Nachmittag wert, dazu kommen die Seen ringsum. Im Sommer lohnt ein Blick auf den Veranstaltungskalender – die Stadt bespielt ihre Orte gerne.












