Wukensee-Runde bei Biesenthal – 4,8 km um zwei Waldseen

Es gibt Orte, an die man immer wieder zurückkommt, ohne sich das vorzunehmen. Der Wukensee bei Biesenthal ist für uns so einer. Zehn Besuche haben wir mittlerweile gezählt, der erste liegt zehn Jahre zurück – und die Runde um den Kleinen und den Großen Wukensee funktioniert immer noch genauso gut wie beim ersten Mal.
4,8 Kilometer, Ufer- und Waldweg im Wechsel, keine nennenswerten Steigungen. Das ist keine Wanderung, mit der man am Abend angeben kann. Aber es ist genau die Strecke, die man schafft, wenn man erst mittags aus dem Haus kommt, wenn ein kleines Kind mitläuft oder wenn man einfach keine Lust auf eine große Tour hat. Wir haben diesen Weg früher genau deshalb so oft gewählt.
Zwei Seen, eine Runde
Der Große Wukensee liegt direkt am Ortsrand von Biesenthal, der Kleine Wukensee schließt sich nördlich an. Beide zusammen ergeben eine Acht beziehungsweise eine langgezogene Runde, je nachdem, wie man läuft. Der Weg führt streckenweise dicht am Wasser entlang – man sieht den See fast durchgehend – und wechselt dann in den Wald, der die Seen umgibt.
Im Oktober und November ist es dort besonders schön. Die Buchen und Erlen färben sich, das Laub liegt auf dem Weg, und wenn die Sonne flach durch die Bäume kommt, spiegelt sich das Ganze im Wasser. Bei unserem letzten Besuch im Oktober 2025 war die Herbstfärbung wirklich gut – so ein Jahr, in dem alles gleichzeitig leuchtet und es trotzdem noch warm genug für ein Shirt unter der Jacke ist.
Im November sieht es anders aus: kahler, nebliger, stiller. Wir mögen beides. Der Novembernachmittag am Großen Wukensee hat seinen eigenen Reiz, auch wenn dann kaum jemand unterwegs ist außer Hundebesitzer:innen aus Biesenthal.
Der Boden kann nach Regen matschig werden, gerade auf den Uferabschnitten. Turnschuhe gehen, wenn es trocken ist – ansonsten lieber feste Schuhe. Wirklich schwierig ist die Strecke nie, aber ein paar Wurzelpassagen und schmale Stellen gibt es.
Am Großen Wukensee liegt eine Badestelle mit Liegewiese, die im Sommer entsprechend voll ist. Wer die Runde vor allem wegen der Ruhe geht, kommt besser außerhalb der Badesaison. Wir sind fast immer im Herbst oder Winter dort gewesen.
Biesenthal selbst ist ein kleines Städtchen mit Marktplatz und ein paar Läden. Kein Ausflugsziel für sich, aber praktisch, wenn man vor oder nach der Runde noch einen Kaffee will. Wer den Tag verlängern möchte: Der Liepnitzsee liegt nur ein paar Kilometer weiter südwestlich und lässt sich gut anhängen.
Anfahrt
Mit den Öffentlichen: Biesenthal hat einen eigenen Bahnhof an der Linie RB24 zwischen Berlin und Eberswalde. Ab Berlin Ostkreuz oder Lichtenberg dauert die Fahrt etwa 40 bis 50 Minuten. Vom Bahnhof sind es rund 20 Minuten zu Fuß bis zum Großen Wukensee – dabei läuft man durch den Ort und dann Richtung Nordosten zum Wasser. Das macht den Wukensee zu einem der wenigen Barnimer Seen, die man wirklich bequem ohne Auto erreicht.
Mit dem Auto: Von Berlin aus über die A11 (Abfahrt Bernau) oder über die B2 Richtung Bernau und dann weiter nach Biesenthal. Aus dem Berliner Nordosten ist man in etwa 45 Minuten da. Parken lässt sich am Ortsrand in der Nähe der Badestelle; im Sommer an Wochenenden kann es dort eng werden, im Herbst und Winter findet man immer einen Platz.
Die genaue Strecke haben wir wie immer auf unserem Komoot-Account hinterlegt.
Beste Jahreszeit
Unsere klare Empfehlung: Oktober und November. Der Weg ist dann am schönsten, weil die Laubfärbung sich im Wasser spiegelt und kaum jemand unterwegs ist. Ende Oktober ist der Höhepunkt der Färbung, im November wird es dann grau und still – auch gut, aber anders.
Im Sommer ist die Runde eher eine Zugabe zum Baden. Dann ist an der Badestelle viel los, und der schattige Waldteil ist die angenehmere Hälfte der Strecke.
Im Frühjahr ist es grün und die Wege sind oft noch feucht. Im Winter funktioniert die Runde gut als kurzer Spaziergang, wenn man Tageslicht tanken will – aber viel zu sehen gibt es dann nicht.
Kosten
Die Runde ist kostenlos. Kein Eintritt, keine Schranke, keine Parkgebühr, die uns aufgefallen wäre. Wer mit der Bahn kommt, braucht ein Ticket für den Tarifbereich Berlin ABC plus Anschlusstarif Richtung Biesenthal – am einfachsten ein VBB-Tagesticket oder das Deutschlandticket.
Unsere Tipps
- Gegen den Uhrzeigersinn laufen. Dann hat man den Uferweg am Großen Wukensee am Ende – ein schöner Abschluss, besonders wenn die Nachmittagssonne tief steht.
- Nachmittags starten. Im Herbst ist das Licht zwischen 15 und 17 Uhr am besten. Vorher aber prüfen, wann die Sonne untergeht – im November wird es früh dunkel, und im Wald noch früher.
- Feste Schuhe nach Regen. Die Uferabschnitte werden matschig, und ausweichen kann man nicht immer.
- Mit kleinen Kindern gut machbar. Wir sind die Runde jahrelang mit Kind gegangen. 4,8 Kilometer ohne Steigung sind auch für kurze Beine zu schaffen, wenn man Pausen einplant. Für einen Kinderwagen ist der Weg allerdings streckenweise zu schmal und wurzelig.
- Kombinieren. Wer schon im Barnim ist: Der Wandlitzer See und der Liepnitzsee liegen in Reichweite, ebenso Kloster Chorin etwas weiter nördlich.
Häufige Fragen
Wie lang ist die Runde um den Wukensee?
4,8 Kilometer um den Kleinen und den Großen Wukensee zusammen. Wir brauchen dafür mit Fotostopps etwa anderthalb Stunden, zügig gelaufen geht es in gut einer Stunde.
Kommt man ohne Auto zum Wukensee?
Ja. Der RB24 hält in Biesenthal, von dort sind es rund 20 Minuten zu Fuß zum Großen Wukensee. Ab Berlin ist man in etwa einer Stunde vor Ort.
Kann man im Wukensee baden?
Am Großen Wukensee gibt es eine Badestelle mit Liegewiese. Wir waren fast immer außerhalb der Saison dort und haben die Runde als Spaziergang gemacht – im Sommer ist Baden aber ein guter Grund für den Ausflug.
Ist die Strecke für Kinder geeignet?
Ja, wir sind sie früher regelmäßig mit unserem Kind gegangen. Keine Steigungen, überschaubare Länge, viel Wasser zum Gucken. Für Kinderwagen ist der Weg allerdings nur bedingt geeignet.












