Alinæ Lumr Festival in Storkow – Musik am Strand Karlslust

Ein Festivalgelände, das gleichzeitig eine Badestelle ist – das gibt es nicht oft. Beim Alinæ Lumr in Storkow (Mark) steht man mit den Füßen im Sand, hört Musik und kann zwischen zwei Sets in den See gehen. Wir waren 2015 dort, und das ist bis heute der Ausflug, bei dem uns am klarsten wurde, wie unterschiedlich Brandenburg im Sommer sein kann.
Musik, Sand und Wasser
Der Strand Karlslust liegt an der Seepromenade in Storkow, am Ufer des Storkower Sees. Für ein Festival ist das ein ziemlich ungewöhnlicher Ort: keine abgesperrte Wiese irgendwo im Nirgendwo, sondern eine ganz normale kommunale Badestelle mit Sand, Liegewiese und Blick übers Wasser. Wenn hier Bühnen stehen, verschiebt sich die Stimmung – man ist nicht auf einem Festival, man ist an einem See, auf dem gerade Musik läuft.
Entsprechend entspannt war der Ablauf. Zwischen den Konzerten baden, dann wieder zurück zur Bühne, Handtuch über die Schulter. Das Alinæ Lumr ist klein genug, dass man Wege nicht in Vierteilstunden rechnet. Man steht nicht in Menschenmassen, man muss sich keinen Platz erkämpfen, und der Abstand zwischen Bühne und Wasser ist kürzer als der Weg zum Klo auf mancher Großveranstaltung.
Ehrlich gesagt ist unser Besuch inzwischen ein paar Jahre her, und was hängen geblieben ist, sind weniger einzelne Bands als dieses Gesamtgefühl: warmer Sand, See, Musik, und abends ein Himmel über Storkow, den man aus Berlin so nicht kennt. Wer Festivals wegen der perfekten Lineup-Kuratierung besucht, wird hier vielleicht andere Prioritäten setzen. Wer Festivals wegen des Ortes besucht, ist in Storkow richtig.
Und noch etwas: Der Strand Karlslust ist auch ohne Festival da. Wir haben Storkow später bei einem Nachmittagsspaziergang noch einmal in Ruhe angesehen – die Kleinstadt mit ihrer Burg und dem Wasser drumherum funktioniert auch an einem beliebigen Sonntag gut. Und in der Umgebung gibt es Wanderwege wie den Salzweg durch die Storkower Salzwiesen oder Waldseen wie den Großen Wochowsee.
Anfahrt
Storkow (Mark) liegt im Landkreis Oder-Spree, etwa 60 Kilometer südöstlich von Berlin.
Mit dem ÖPNV: Von Berlin fährt man in der Regel bis Königs Wusterhausen (RE2 oder RB24 ab Ostkreuz bzw. Berlin Hauptbahnhof) und steigt dort in die Regionalbahn RB36 Richtung Frankfurt (Oder) um. Wichtig: Der Bahnhof Storkow liegt ein gutes Stück außerhalb des Ortskerns – vom Bahnhof zum Strand Karlslust an der Seepromenade sind es noch rund zwei bis drei Kilometer zu Fuß. Zu Festivalzeiten gibt es meist Shuttles, das sollte man vorher auf der Festivalseite prüfen. Mit Gepäck und Zelt ist der Fußweg machbar, aber kein Spaziergang.
Mit dem Auto: Über die A12 Richtung Frankfurt (Oder), Abfahrt Storkow, dann über die B246 in den Ort. Alternativ von Süden über Königs Wusterhausen und die B246. Parken ist in Storkow normalerweise unproblematisch, an Festivaltagen gelten aber eigene Regelungen und ausgewiesene Flächen – dem Ordnungspersonal folgen, nicht der eigenen Intuition.
Beste Jahreszeit
Das Alinæ Lumr ist ein Sommerfestival, und der Ort funktioniert genau dann. Ein Strand ohne Badewetter ist ein Sandhaufen. Für das Festival selbst gilt: Termin auf der offiziellen Seite prüfen, es findet üblicherweise im Hochsommer statt.
Der Strand Karlslust selbst ist ganzjährig frei zugänglich – laut Google rund um die Uhr. Im Winter ist das eine graue, leere Uferfläche mit Blick über den See; ganz nett für einen Spaziergang, aber kein Ziel für sich. Wer Storkow außerhalb der Badesaison besucht, sollte den Ort und die Wanderwege einplanen, nicht den Strand.
Kosten
Der Strand Karlslust ist eine öffentliche Badestelle und kostet keinen Eintritt. Für das Alinæ Lumr braucht man dagegen ein Ticket; die Preise ändern sich von Jahr zu Jahr und liegen üblicherweise deutlich unter dem, was Großfestivals aufrufen – verbindliche Zahlen nennen wir hier bewusst nicht, weil unser Besuch 2015 war. Aktuelle Preise, Camping-Aufschläge und Tagestickets stehen auf der Festivalwebsite.
Dazu kommen Anfahrt, Verpflegung vor Ort und gegebenenfalls Übernachtung. Wer aus Berlin anreist, kann das Festival theoretisch auch als Tagestrip machen – die letzten Verbindungen zurück sind allerdings früh, das sollte man vorher checken.
Unsere Tipps
- Badesachen einpacken. Klingt banal, wird aber vergessen. Der See ist der halbe Grund, warum das Festival hier stattfindet.
- Bahnhof einplanen. Storkow Bahnhof ist nicht Storkow Zentrum. Zwei bis drei Kilometer Fußweg oder Shuttle – mit Zelt macht das einen Unterschied.
- Sonnenschutz mitnehmen. Auf einer Strandfläche gibt es wenig Schatten, und an einem Julinachmittag merkt man das schnell.
- Den Ort mitnehmen. Storkow hat eine Burg, eine überschaubare Altstadt und Wasser in mehrere Richtungen. Ein Vormittag vor dem Festivalstart lohnt sich.
- Wenn Festivals nicht so eure Sache sind: Der Strand Karlslust ist an einem normalen Sommerwochenende eine ganz solide, unaufgeregte Badestelle. Und Alternativen wie das Greenville Festival im Havelland haben wir uns auch angesehen.
Häufige Fragen
Wann findet das Alinæ Lumr Festival statt?
Im Sommer, üblicherweise im Juli oder August. Den genauen Termin und das Lineup gibt die Veranstalterseite jedes Jahr neu bekannt – Tickets sind bei kleinen Festivals oft früh weg.
Kann man beim Festival im See baden?
Ja, das ist einer der Hauptgründe für den Standort. Der Strand Karlslust liegt direkt am Storkower See, Sandstrand und Liegewiese inklusive.
Kommt man ohne Auto von Berlin nach Storkow?
Ja. Über Königs Wusterhausen mit der RB36 nach Storkow, die Fahrt dauert insgesamt rund anderthalb Stunden. Vom Bahnhof zum See sind es noch ein paar Kilometer zu Fuß oder per Shuttle.
Lohnt sich der Strand Karlslust auch ohne Festival?
Als Badestelle ja – frei zugänglich, kostenlos, mit Sand und Seeblick. Als Ausflugsziel für sich allein eher an einem warmen Sommertag; sonst kombiniert man ihn besser mit einem Spaziergang durch Storkow oder einer Wanderung in der Umgebung.
