Kurztrips

Best of 2015 – unser Brandenburg-Jahr in neun Bildern

Von Jan Heinemann · 31. Dezember 2015 · Zuletzt besucht: Dezember 2015

Best of 2015 – unser Brandenburg-Jahr in neun Bildern

Ende Dezember 2015 haben wir gemacht, was damals alle gemacht haben: die neun beliebtesten Instagram-Bilder des Jahres zu einer Collage zusammengeklickt. Bei uns waren das neun Bilder aus Brandenburg – See, Landstraße, Festival, Backstein, Winterlicht. Rutscht gut rüber, wir sehen uns 2016 in Brandenburg.

So ein Rückblick ist kein Ausflugsziel, klar. Aber er ist ein ziemlich ehrlicher Spiegel dessen, was wir in einem Jahr tatsächlich gemacht haben – und was davon hängen geblieben ist. Und das ist erstaunlich wenig Spektakuläres. Keine der neun Aufnahmen zeigt eine Sehenswürdigkeit, für die man Eintritt zahlt. Es sind Seen am späten Nachmittag, Alleen durch die Windschutzscheibe, ein Bierbecher im Gras, Wolken über einem Feld.

Das Erlebnis: neun Bilder, ein Jahr

Was wir beim Zusammenstellen gemerkt haben: Unsere Lieblingsbilder entstehen fast immer bei Ausflügen, die wir vorher nicht geplant hatten. Auto voll, Richtung Süden oder Norden, irgendwo abbiegen, wo es interessant aussieht. Diese Fahrten ohne Ziel sind der eigentliche Kern unseres Brandenburg-Jahres – nachzulesen etwa im Landstraßen-Roadtrip durch Brandenburg, bei dem wir uns bis zum Schluss nicht entschieden haben, wo wir eigentlich hinwollen.

Der zweite Block: Wasser. Badestellen, die man in keinem Reiseführer findet, mit Pommesbude, Wiese und einem Steg, der schon bessere Jahre gesehen hat. Unser Klassiker ist Bad Erna am Hammerteich bei Doberlug-Kirchhain – ein Ort, an den wir immer wieder zurückkommen, auch wenn er objektiv betrachtet nichts hat, was es woanders nicht auch gibt. Genau das ist der Punkt.

Dazu ein Sommerhighlight, das tatsächlich ein Termin im Kalender war: das Alinæ Lumr Festival 2015 an der Burg Storkow. Kleines Festival, Burghof und Strand, kurze Wege, entspanntes Publikum. Von allen Veranstaltungen des Jahres die, über die wir am längsten geredet haben.

Und am Ende des Jahres das Licht. Der Dezember in Brandenburg hat vier, fünf brauchbare Stunden Tageslicht, und wenn man die trifft, sieht die flache Landschaft plötzlich aus wie gemalt. Wie das aussieht, haben wir im Winterlicht in Brandenburg festgehalten – ein Nachmittag ohne Ziel, aber mit der besten Sonne des Monats.

Was 2015 dagegen nicht gut funktioniert hat: alles, was wir uns für einen bestimmten Tag vorgenommen hatten, weil es „mal dran war”. Museen bei Sonnenschein, Wanderungen bei Dauerregen, Badeseen an 34-Grad-Sonntagen mit entsprechenden Parkplatzsituationen. Die Bilder davon sind in keiner Collage gelandet.

Anfahrt

Für Brandenburg-Ausflüge ab Berlin gilt fast immer dasselbe Prinzip: Mit dem Regionalverkehr kommt man weit, aber nur dorthin, wo Gleise liegen. Die wichtigsten Achsen ab Berlin sind der RE1 Richtung Frankfurt (Oder) beziehungsweise Brandenburg an der Havel und Magdeburg, der RE3 Richtung Eberswalde und Uckermark, der RE5 Richtung Oranienburg und Neustrelitz sowie der RE2 und RE7 Richtung Lausitz und Fläming. Dazu die S-Bahnen bis Oranienburg, Bernau, Erkner oder Königs Wusterhausen als Sprungbretter.

Für Tagesausflüge lohnt sich fast immer das Brandenburg-Berlin-Ticket: gilt einen Tag in allen Nahverkehrszügen im gesamten VBB-Gebiet, auch für mehrere Personen gemeinsam. Aktuelle Preise beim VBB oder bei der Bahn prüfen, die ändern sich regelmäßig.

Mit dem Auto raus aus Berlin: A10 (Berliner Ring) und von dort auf die Speichen – A11 in die Uckermark, A12 Richtung Frankfurt (Oder), A13 in die Lausitz, A9 und A2 nach Süden und Westen. Unser Tipp bleibt aber: den Ring früh verlassen und auf die Bundes- und Landstraßen wechseln. Man ist zwanzig Minuten länger unterwegs und sieht das Zehnfache.

Beste Jahreszeit

Ganzjährig – aber mit unterschiedlichen Stärken. Mai und Juni sind die beste Zeit für Landstraßenfahrten und Wanderungen: lang hell, alles grün, noch keine Menschenmassen an den Seen. Juli und August gehören dem Wasser, dann aber möglichst an Wochentagen oder abends. September und Oktober sind unsere Lieblingsmonate – warmes Licht, leere Strandbäder, gute Einkehr.

November ist zäh, das muss man so sagen: grau, früh dunkel, viele Gastronomien und Strandbäder geschlossen. Der Dezember rettet sich über Weihnachtsmärkte und die wenigen sehr klaren Tage mit tiefer Sonne. Wenn Sie im Winter losfahren: vorher Öffnungszeiten prüfen, sonst stehen Sie vor verschlossenen Türen.

Kosten

Das Schöne an diesem Rückblick: Der größte Teil unseres Brandenburg-Jahres 2015 hat außer Fahrtkosten nichts gekostet. Seen, Badestellen, Landstraßen, Feldwege, Dorfkirchen von außen – alles frei zugänglich. Geld ging drauf für Sprit beziehungsweise Bahntickets, für Pommes, Kaffee und Kuchen und für das eine Festivalticket.

Wer plant, sollte mit ungefähr diesen Größenordnungen rechnen (Stand unserer Besuche, also inzwischen deutlich veraltet): Eintritt in Strandbäder im niedrigen einstelligen Bereich, Museen und Klöster meist unter zehn Euro, Thermen deutlich darüber. Aktuelle Preise immer auf den offiziellen Seiten der Ziele nachsehen.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Ist das hier ein Ausflugsziel?

Nein. Das ist ein Jahresrückblick auf 2015 – entstanden aus einer Instagram-Bildercollage, die wir damals gepostet haben. Konkrete Ziele finden sich in den verlinkten Artikeln.

Kommt man ohne Auto gut nach Brandenburg?

Zu vielen Zielen ja. Seen im Barnim, Städte am RE1, die Uckermark über den RE3 – das funktioniert mit dem Regionalverkehr gut. Schwierig wird es bei abgelegenen Badestellen und Wanderstartpunkten, dort fährt oft nur ein Rufbus oder gar nichts. Dann hilft ein Fahrrad im Zug.

Welche Region lohnt sich für den ersten Ausflug?

Für Einsteiger:innen aus Berlin: der Barnim im Norden (Seen, Wald, kurze Anfahrt) oder das Seenland Oder-Spree im Südosten. Beide gut mit der Bahn erreichbar, beide mit genug Wasser und Einkehr für einen ganzen Tag.

Welcher Monat ist am schlechtesten?

November. Grau, früh dunkel, viel geschlossen. Es geht trotzdem – man muss nur die Erwartungen anpassen und Wanderschuhe statt Badehose einpacken.