Kunst & Kultur

Alinæ Lumr Festival 2015 an der Burg Storkow

Von Jan Heinemann · 5. Dezember 2015 · Zuletzt besucht: Dezember 2015 · Region: Seenland Oder-Spree

Alinæ Lumr Festival 2015 an der Burg Storkow

Storkow ist eine Kleinstadt mit rund 9.000 Einwohnern, einer Burg und viel Wasser drumherum. Einmal im Sommer wird daraus ein Festivalgelände. Wir waren 2015 beim Alinæ Lumr dabei – und es ist eines der Wochenenden, an die wir uns bis heute erinnern, weil es so unaufgeregt war.

Musik zwischen Backstein und Wasser

Das Alinæ Lumr ist kein Festival, bei dem man sich durch Menschenmassen schiebt. Es ist klein, es ist entspannt, und es nutzt genau das, was Storkow hat: die Burg mit ihrem Innenhof, das Wasser, den Wald. Man läuft nicht von Riesenbühne zu Riesenbühne, sondern von einem Ort zum nächsten – und zwischendurch sitzt man einfach irgendwo und hört zu.

Unsere Erinnerung an 2015 ist vor allem eine Stimmung: Sommerabend, Musik, viel Grün, kein Stress. Wir haben uns weder um Timetables noch um Laufwege Gedanken gemacht. Man kommt an, man bleibt, man treibt mit. Genau das unterscheidet so ein Festival von den großen Veranstaltungen im Berliner Umland, wo man abends müder ist als morgens.

Die Burg Storkow selbst ist dabei mehr als Kulisse. Sie ist eine der ältesten Burgen der Region, mehrfach zerstört, mehrfach wiederaufgebaut, und beherbergt heute ein Museum und ein Besucherzentrum des Naturparks Dahme-Heideseen. Wenn abends Musik im Hof läuft, sieht der Backstein noch mal anders aus als bei einem Nachmittagsbesuch. Wer die Burg ohne Festival kennenlernen will: Wir haben Storkow auch mal ganz nüchtern bei einem Nachmittagsspaziergang angeschaut, das lohnt sich ebenfalls.

Wir waren nicht nur einmal beim Alinæ Lumr – zu anderen Jahren haben wir eigene Berichte: einmal mit Musik am Strand Karlslust, einmal als doppelter Festivalsommer an der Burg. Das Grundgefühl war jedes Mal ähnlich: klein, freundlich, gut kuratiert.

Ehrlicherweise: Wenn du ein Festival mit großen Namen und Festival-Adrenalin suchst, ist das hier das falsche. Das Alinæ Lumr funktioniert über Entdecken, nicht über Headliner. Und die Infrastruktur ist die einer Kleinstadt – das muss man mögen.

Anfahrt

Mit der Bahn: Storkow (Mark) liegt an der Regionalbahnlinie RB36 zwischen Königs Wusterhausen und Frankfurt (Oder). Ab Berlin fährt man also erst mit der Regionalbahn oder S-Bahn nach Königs Wusterhausen und dort weiter. Wichtig zu wissen: Der Bahnhof liegt ein Stück außerhalb der Stadt, man läuft von dort noch rund zwei Kilometer in Richtung Zentrum und Burg. Zu Festivalzeiten gibt es meist einen Shuttle – vorher auf der Festivalseite nachsehen. Der Takt der RB36 ist überschaubar, den letzten Zug sollte man sich vorher notieren oder gleich übernachten.

Mit dem Auto: Ab Berlin über die A10 (südöstlicher Ring) und weiter auf die A12 Richtung Frankfurt (Oder), Abfahrt Storkow, dann über die B246 in die Stadt. Reine Fahrzeit ab Berlin je nach Startpunkt etwa 50 bis 70 Minuten. Die Burgadresse lautet Schloßstraße 6, 15859 Storkow. In der Innenstadt ist Parken normalerweise unproblematisch – während des Festivals gilt das nicht, dann besser die ausgewiesenen Flächen nutzen.

Beste Jahreszeit

Fürs Festival: Sommer, logisch. Das Alinæ Lumr findet in der warmen Jahreshälfte statt, üblicherweise im Sommer, und lebt von lauen Abenden draußen. Bei Dauerregen wird so ein Open-Air-Wochenende deutlich anstrengender – Gummistiefel und Regenjacke gehören ins Gepäck, auch wenn der Wetterbericht Sonne verspricht.

Für Storkow ohne Festival ist die Antwort breiter. Die Burg ist ganzjährig offen, die Umgebung ist im Frühjahr und Herbst besonders angenehm zum Wandern. Der Salzweg Storkow mit seinen 8,5 Kilometern durch die Salzwiesen ist so eine Runde, die man auch im Oktober oder März gut geht. Und wer im Frühling baden gehen will, ohne dass es voll ist: Der Große Wochowsee liegt gleich in der Nähe.

Kosten

Für das Festival braucht man ein Ticket – die Preise ändern sich von Jahr zu Jahr und je nach Kaufzeitpunkt, deshalb nennen wir hier keine Zahl von 2015, die ohnehin nichts mehr aussagt. Aktuelles findest du auf der Festivalseite.

Der Besuch der Burg Storkow außerhalb von Veranstaltungen ist günstig: Museum und Besucherzentrum bewegen sich im Bereich weniger Euro, Kinder und Ermäßigte zahlen weniger. Verbindliche Preise und Öffnungszeiten stehen auf der offiziellen Website der Burg Storkow. Grundsätzlich ist dort täglich geöffnet, aber Feiertage und Veranstaltungen können das ändern.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Wann findet das Alinæ Lumr Festival statt?

Im Sommer, an einem Wochenende in Storkow. Die genauen Termine und das Programm werden jährlich neu bekanntgegeben – am besten direkt beim Festival nachsehen, bevor man Bahn oder Unterkunft bucht.

Kann man die Burg Storkow auch ohne Festival besuchen?

Ja. Die Burg ist ein Museum mit Naturpark-Besucherzentrum und in der Regel täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Aktuelle Zeiten und Eintrittspreise stehen auf burgstorkow.de.

Kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin?

Ja, mit der RB36 über Königs Wusterhausen bis Storkow (Mark). Vom Bahnhof sind es noch etwa zwei Kilometer zu Fuß in die Stadt. Der Takt ist dünn, plane Hin- und Rückfahrt vorher durch.

Ist das Festival etwas für Leute, die keine großen Menschenmengen mögen?

Aus unserer Erfahrung ja. Das Alinæ Lumr ist klein und entspannt, es geht mehr um Atmosphäre und Entdecken als um Massenandrang. Wer Festival-Trubel im Großformat sucht, ist hier falsch.