Kurztrips

Tier-, Freizeit- und Saurierpark Germendorf im Dezember

Von Jan Heinemann · 14. Dezember 2015 · Zuletzt besucht: Dezember 2015 · Region: Berliner Umland

Tier-, Freizeit- und Saurierpark Germendorf im Dezember

Ein Tierpark, ein Saurierpark und ein paar Waldseen auf einem Gelände am Rand von Oranienburg – das klingt erst mal nach einem seltsamen Mischkonzept. Ist es auch. Und trotzdem waren wir mittlerweile zehnmal dort, zuletzt an einem grauen Dezembertag, an dem sonst wirklich nichts los war. Germendorf ist kein Hochglanzausflug, aber ein ehrlicher – und für Berliner Verhältnisse erstaunlich nah.

Zwischen Trampeltier und Tyrannosaurus

Der Park heißt offiziell „Tier-, Freizeit- und Saurierpark”, und der Name sagt fast alles. Man läuft durch weitläufige Gehege mit Tieren, die man in Brandenburg nicht unbedingt erwartet, biegt um eine Ecke – und steht vor einem lebensgroßen Dinosaurier aus Beton, der zwischen Kiefern hervorschaut. Die Saurier sind über das Gelände verteilt, mal einzeln, mal in Gruppen, mal halb im Gebüsch. Wissenschaftlich streng ist das nicht, aber es macht Spaß, und für Kinder ist es vermutlich das Highlight des Tages.

Wir haben den Park im Dezember besucht, und das ist eine ganz eigene Erfahrung. Der Boden matschig, die Luft feucht, das Licht flach und grau. Dafür hatten wir die Wege weitgehend für uns. Keine Warteschlangen, keine Menschentrauben vor den Gehegen, kein Gedränge. Ein Dinosaurier im Novembernebel hat außerdem deutlich mehr Atmosphäre als einer im Hochsommer zwischen Eiswaffeln.

Neben Tieren und Sauriern gibt es die Waldseen, nach denen auch die Adresse benannt ist. Um die Wasserflächen herum lässt sich gut laufen, und man merkt, dass das Gelände ursprünglich mal eine Kiesgrube war. Das gibt dem Park eine Topografie, die man in Brandenburg selten hat: Hügel, Senken, Uferkanten. Im Sommer ist das eine Badeoption, im Dezember einfach eine ruhige Runde am Wasser.

Überrascht hat uns ein Aquarienbereich im Innenteil – wir hatten nicht damit gerechnet, in Oranienburg vor einem Hai zu stehen. Es lohnt sich, bei kaltem Wetter auch die Innenbereiche mitzunehmen, schon um kurz die Finger aufzuwärmen.

Warum wir immer wieder hinfahren

Zehn Besuche sind eine Ansage für einen Park, der weder besonders groß noch besonders spektakulär ist. Die Antwort ist simpel: Er liegt gut. Wer in Berlin-Nord wohnt, ist in einer knappen Stunde da. Der Eintritt tut nicht weh, die Runde dauert je nach Tempo zwei bis vier Stunden, und man ist danach immer noch früh genug zurück. Germendorf ist der Ausflug für Sonntage, an denen man raus will, aber keine Lust auf Planung hat.

Dazu kommt: Der Park ist ganzjährig geöffnet. Das ist in Brandenburg keine Selbstverständlichkeit – viele Ausflugsziele machen zwischen November und März dicht oder schrumpfen auf Wochenendbetrieb. Germendorf nicht. Wer im Dezember eine Beschäftigung für draußen sucht, findet hier eine.

Ehrlich gesagt: Ein Zoo-Erlebnis auf dem Niveau eines großen Tierparks ist das nicht. Manche Gehege wirken funktional, die Gestaltung ist an vielen Stellen pragmatisch. Wer hohe Ansprüche an moderne Tierhaltung mitbringt, sollte das wissen. Was der Park kann, ist ein unaufgeregter Nachmittag an der frischen Luft mit Kindern, Kaffee und Kunstsauriern. Wer es waldiger und ruhiger mag, ist im Wildpark Schorfheide oder im Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin besser aufgehoben.

Anfahrt

Mit der Bahn: Mit der S1 bis Oranienburg (Endstation), das dauert ab Berlin-Mitte gut 45 Minuten. Alternativ fährt der RE5 deutlich schneller nach Oranienburg. Ab Bahnhof geht es mit dem Bus weiter Richtung Germendorf; die Haltestelle liegt in Laufweite zum Park. Fahrpläne vorher checken – am Wochenende fahren die Busse nicht im Zehn-Minuten-Takt.

Mit dem Auto: Über die A111 und die B96 nach Oranienburg, dann Richtung Germendorf ausgeschildert. Von der A10 (Berliner Ring) kommend über das Kreuz Oranienburg. Ab Berlin-Mitte rund 45 Minuten. Am Park gibt es einen großen Parkplatz, was besonders an Sommerwochenenden hilfreich ist. Adresse: An den Waldseen 1A, 16515 Oranienburg-Germendorf.

Wer schon in der Gegend ist: Der Lehnitzsee liegt direkt an der S1 und lässt sich gut mit einem Germendorf-Besuch kombinieren.

Beste Jahreszeit

Es kommt darauf an, was man will. Im Sommer ist der Park am vollsten, dafür funktionieren die Waldseen als Badestelle und die Spielbereiche laufen auf voller Kapazität. Familien mit kleinen Kindern fahren dann.

Wir mögen den Spätherbst und Winter. Im Dezember hat man das Gelände fast für sich, die Saurier stehen dann nicht als Fotomotiv in der Warteschlange, und die Runde um die Seen ist angenehm still. Voraussetzung: wetterfeste Schuhe, der Boden ist nach Regen matschig. Und man sollte wissen, dass im Winter nicht alle Bereiche zugänglich sind und manche Tiere in ihren Innenställen bleiben.

Frühling ist der Kompromiss: trocken genug, hell genug, noch nicht überlaufen.

Kosten

Der Eintritt ist moderat – Germendorf war schon immer eines der günstigeren Ausflugsziele im Berliner Umland, und es gibt ermäßigte Tarife für Kinder und Familien. Genaue Preise nennen wir hier bewusst nicht: Unser Besuch liegt zu lange zurück, als dass die Angabe noch stimmen würde. Aktuelle Tarife stehen auf der offiziellen Website des Parks.

Das Parken ist kostenpflichtig, gastronomische Angebote gibt es auf dem Gelände. Wer sparen will, bringt Proviant mit – Picknickplätze sind vorhanden.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Ist der Park auch im Winter geöffnet?

Ja, Germendorf hat ganzjährig täglich geöffnet – das ist einer der Gründe, warum wir so oft dort waren. Im Winter sind die Öffnungszeiten kürzer als im Sommer und einzelne Bereiche geschlossen. Vor der Fahrt kurz auf der Website nachsehen.

Lohnt sich der Besuch ohne Kinder?

Eingeschränkt. Der Park ist klar auf Familien ausgerichtet. Wir fanden die Kombination aus Tierpark, Betonsauriern und Kiesgrubenseen als erwachsene Besucher trotzdem unterhaltsam, gerade in der Nebensaison. Wer ein anspruchsvolles Zoo-Erlebnis sucht, ist woanders besser bedient.

Wie lange braucht man für den Park?

Eine zügige Runde schafft man in zwei Stunden. Realistisch sollte man drei bis vier einplanen, mit Kindern eher mehr. Für einen ganzen Tag ist das Gelände aber zu überschaubar.

Kann man in den Seen baden?

Im Sommer gehören die Waldseen zum Angebot des Parks. Im Dezember war das erwartungsgemäß kein Thema – wir haben uns aufs Ufer beschränkt. Details zur aktuellen Badenutzung stehen auf der Website des Parks.