Bad Erna im August – Badestelle, Sonne und Freunde

Bad Erna ist keine Badeanstalt, sondern ein Name, den irgendwann irgendwer einer kleinen Badestelle gegeben hat. Wir waren im August 2013 dort, mit Freunden, an einem dieser Sommertage, an denen man in Berlin nichts mehr verloren hat. Genau dafür ist so ein Ort gemacht: hinfahren, Decke ausbreiten, rein ins Wasser, Sonne abwarten.
Ein Sommernachmittag mit Freunden
Was Bad Erna ausmacht, ist das, was fehlt. Kein Drehkreuz, keine Kasse, kein Kiosk mit Pommesgeruch, keine Lautsprecheransage. Nur Wasser, Ufer, Bäume und eine Handvoll Leute, die dasselbe im Sinn haben. Wir haben uns nichts vorgenommen außer baden, reden und liegen – und das hat den ganzen Nachmittag getragen.
Solche Badestellen sind in Brandenburg keine Seltenheit, aber sie sind erstaunlich unterschiedlich in ihrer Stimmung. Manche fühlen sich an wie ein halböffentlicher Vorgarten, manche wie ein Geheimnis. Bad Erna lag für uns dazwischen: klein genug, dass man die anderen Gruppen wahrnimmt, groß genug, dass sich niemand auf den Füßen steht. Das Wasser war im August angenehm warm – nicht dieses erfrischende Klarwasser, das man aus tiefen Seen kennt, sondern die weiche, fast lauwarme Variante, in der man ewig drin bleiben kann.
Wir haben Bad Erna später noch einmal besucht, an einem Abend im Gegenlicht – darüber haben wir hier geschrieben: Bad Erna – Abendsonne an einer kleinen Badestelle. Der Nachmittagsbesuch im August war lauter, voller und geselliger. Beides funktioniert, aber es sind zwei verschiedene Orte.
Ehrlich gesagt: Wer eine Sehenswürdigkeit sucht, ist hier falsch. Bad Erna ist ein Ort zum Nichtstun. Wenn man mit Freunden anreist, Getränke dabei hat und keinen Programmpunkt braucht, ist das genau richtig. Wenn man Wasserrutsche, Beachvolleyball und einen Imbiss erwartet, sollte man ins Strandbad fahren.
Anfahrt
Bad Erna ist eine kleine, informelle Badestelle – kein offizielles Freibad mit Adresse, Schild und Parkplatzbewirtschaftung. Wir sind mit dem Auto hingefahren, was für solche Ziele fast immer der einfachere Weg ist: raus aus Berlin auf einer der Ausfallstraßen, dann über Landstraßen, die letzten Kilometer über eine Nebenstraße bis kurz vors Ufer.
Geparkt haben wir am Rand, wie alle anderen. Das ist bei kleinen Badestellen der übliche Modus – und der Punkt, an dem man Rücksicht nehmen sollte: nicht in Zufahrten, nicht in Wiesen, nicht auf Waldwegen, die Rettungs- oder Forstfahrzeuge brauchen.
Mit dem ÖPNV ist so ein Ziel machbar, aber selten bequem: Regionalbahn oder S-Bahn bis zum nächstgelegenen Bahnhof, dann Bus oder ein Stück zu Fuß beziehungsweise mit dem Rad. Wer ohne Auto unterwegs ist und einfach nur baden will, fährt oft besser zu einem See mit Bahnanschluss – zum Beispiel an den Wandlitzsee am Ende der Heidekrautbahn oder an den Lehnitzsee am Ende der S1.
Beste Jahreszeit
Hochsommer, ganz klar. Bad Erna lebt von warmem Wasser und langen Nachmittagen, und genau das hatten wir im August. Juli und August sind die verlässlichsten Monate: Das Wasser ist durchgewärmt, man kann stundenlang rein und raus, und der Abend zieht sich lang.
Juni funktioniert auch, kann aber je nach Frühjahr noch kühl sein. September ist eine gute Wildcard – weniger Leute, das Wasser hält die Wärme noch eine Weile. Im Frühling und Herbst ist so eine Badestelle vor allem ein Spaziergangsziel, kein Badeziel. Wer im Mai schon rein will, braucht Überzeugung; wie sich das anfühlt, haben wir beim Anbaden im Parsteiner See erlebt.
An heißen Wochenenden gilt: früh da sein oder spät kommen. Zwischen 13 und 16 Uhr ist an kleinen Badestellen im Berliner Umland am meisten Betrieb.
Kosten
Kostenlos. Bad Erna ist eine freie Badestelle, kein bewirtschaftetes Strandbad – wir haben nichts bezahlt, weder Eintritt noch Parkgebühr. Das war der Stand unseres Besuchs im August 2013, und bei Badestellen dieser Art ändert sich daran selten etwas. Ausgaben entstehen höchstens für Anfahrt und Verpflegung.
Unsere Tipps
- Alles mitbringen. Getränke, Essen, Müllbeutel, Sonnenschutz. Wir erinnern uns an keinen Kiosk und keine Toilette – plant so, als gäbe es nichts.
- Badeschuhe einpacken. Naturufer heißt Wurzeln, Steine, Muscheln. Mit Schuhen geht der Einstieg entspannter.
- Müll wieder mitnehmen. Genau deshalb bleiben solche Stellen offen und kostenlos. Nichts liegen lassen, auch keine Flaschendeckel und Kippen.
- Vernünftig parken. Nebenstraßen sind eng. Wer Zufahrten zuparkt, sorgt dafür, dass es irgendwann Schilder und Verbote gibt.
- Plan B im Kopf haben. Wenn es voll ist, lohnt der Weg zum nächsten Waldsee – zum Beispiel zum Waldbad Liepnitzsee.
Häufige Fragen
Ist Bad Erna ein offizielles Strandbad?
Nein. Es ist eine kleine, informelle Badestelle ohne Kasse und ohne Infrastruktur. Wer Umkleiden, Liegewiesenpflege und Imbiss erwartet, ist in einem der klassischen Strandbäder besser bedient.
Kostet der Besuch etwas?
Nein, bei unserem Besuch war der Zugang frei und wir haben nichts bezahlt.
Gibt es Toiletten, Kiosk oder eine Aufsicht?
Uns ist nichts davon aufgefallen. Wir gehen davon aus, dass es keine Aufsicht gibt – Baden also auf eigene Verantwortung, und wer Kinder mitbringt, sollte sie im Blick behalten.
Wann lohnt sich der Ausflug am meisten?
An warmen Tagen im Juli, August und in einem guten September, entweder vormittags oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne flacher steht und die Tagesgäste abziehen.
