Seen & Gewässer

Sommertag am Lehnitzsee – Baden und Sonne bei Oranienburg

Von Jan Heinemann · 10. August 2013 · Zuletzt besucht: August 2013 · Region: Berliner Umland

Sommertag am Lehnitzsee – Baden und Sonne bei Oranienburg

Der Lehnitzsee ist einer dieser Seen, die man von Berlin aus fast beiläufig erreicht: S1 Richtung Oranienburg, aussteigen, ein paar Minuten laufen, fertig. Wir waren an einem Augusttag dort, bei dem Wetter, das man sich für einen Badesee wünscht – Sonne, kaum Wind, Wasser, das nach nichts anderem verlangt als danach, reinzugehen.

Ein Nachmittag am Wasser

Viel mehr als das war es auch nicht, und genau das war der Punkt. Wir sind am Ufer entlanggegangen, haben eine Stelle gefunden, an der man ins Wasser kommt, und den restlichen Nachmittag zwischen Baden und Rumliegen verbracht. Der Lehnitzsee liegt südlich von Oranienburg, eingerahmt von Kiefernwald und Wochenendhäusern, und er hat diese typisch brandenburgische Mischung aus Naherholung und Alltag: Familien mit Kühltaschen, ein paar Angler, Leute, die offensichtlich hier wohnen und einfach mal kurz schwimmen gehen.

Was den See von anderen Berliner Ausflugsseen unterscheidet, ist der Schiffsverkehr. Der Lehnitzsee ist Teil der Havel-Oder-Wasserstraße, also keine stille Waldsee-Idylle, sondern ein befahrenes Gewässer. Zwischendurch schiebt sich ein Sportboot durchs Bild, gelegentlich ein größeres Schiff. Wir finden das eher unterhaltsam als störend – aber wer absolute Ruhe und schwarzes Waldseewasser sucht, ist am Liepnitzsee oder am Parsteiner See besser aufgehoben. Der Lehnitzsee ist kein Geheimtipp und will auch keiner sein. Er ist der pragmatische See: schnell erreichbar, groß genug, gut zum Schwimmen.

Das Wasser war an unserem Besuchstag angenehm warm und einigermaßen klar. Der Einstieg ist an den meisten Stellen sandig und flach, es geht nicht abrupt tief runter – für Kinder also entspannt. Am Westufer, in Richtung Ortsteil Lehnitz, gibt es das Strandbad mit Liegewiese; wer lieber ohne Zaun und Kiosk auskommt, findet an mehreren Stellen freie Uferzugänge. Wir haben uns für Letzteres entschieden und hatten trotz Hochsommer genug Platz.

Rund um den See lässt sich außerdem gut spazieren oder radeln. Wege führen am Ufer und durch den angrenzenden Wald, und wenn man Lust auf mehr hat, ist man vom Lehnitzsee aus schnell in Richtung Grabowsee unterwegs – der liegt nur wenige Kilometer nördlich und ist der stillere, wildere Nachbar. Auch die Heilstätte am Grabowsee lässt sich mit einem Lehnitzsee-Tag verbinden, wenn man nicht ausschließlich baden will.

Ehrlich gesagt: Unser Besuch war kein großes Programm. Wir waren zum Schwimmen da, und das hat funktioniert. Wer eine Sehenswürdigkeit erwartet, wird enttäuscht sein. Wer einen Badesee sucht, den man ohne Auto und ohne Planung erreicht, liegt hier richtig. Wir haben den Lehnitzsee inzwischen auch zu anderen Jahreszeiten besucht – mehr dazu in unserem Artikel über den Lehnitzsee als Badesee am Ende der S1.

Anfahrt

Mit den Öffentlichen: Das ist die entspannteste Variante. Die S1 fährt von Berlin-Mitte über Frohnau bis Oranienburg; der Bahnhof Lehnitz ist die letzte Station davor und liegt fußläufig zum See. Vom Bahnsteig sind es je nach Uferstelle etwa 10 bis 20 Minuten zu Fuß. Ab Friedrichstraße dauert die Fahrt rund eine Stunde. Achtung: Lehnitz liegt im Tarifbereich C, ein AB-Ticket reicht nicht.

Mit dem Auto: Über die A111 und weiter auf der B96 Richtung Oranienburg, oder über die A10 (Berliner Ring) und Abfahrt Birkenwerder/Oranienburg. Ab Berlin-Nord sind es rund 35 Kilometer. Parken ist in den Wohnstraßen rund um den See im Sommer knapp und stellenweise eingeschränkt – am Wochenende bei Badewetter ist die S-Bahn tatsächlich die bessere Wahl.

Beste Jahreszeit

Der Lehnitzsee ist in erster Linie ein Sommersee. Von Juni bis September lohnt er sich am meisten, weil das Wasser flach einläuft und sich entsprechend gut aufwärmt – im August, als wir dort waren, war die Temperatur schlicht ideal. Juli und August bringen aber auch die meisten Leute; wer Platz will, kommt früh am Vormittag oder unter der Woche.

Im Frühjahr und Herbst ist der See eher ein Spazierziel als ein Badeziel. Die Wege am Ufer und durch den Kiefernwald funktionieren das ganze Jahr, und im Winter hat der See mit dem Schiffsverkehr im Hintergrund eine ganz eigene, nüchterne Stimmung. Nur: Wer im Oktober herkommt und eine Sensation erwartet, wird keine finden.

Kosten

Der Zugang zu den freien Uferstellen am Lehnitzsee ist kostenlos. Für das Strandbad mit Liegewiese und Infrastruktur kann ein kleiner Eintritt anfallen – wir waren an einer öffentlichen Stelle und haben nichts bezahlt. Dazu kommen die Fahrtkosten: ABC-Ticket der Berliner Tarifzone, falls man mit der S1 kommt. Angaben nach dem Stand unseres Besuchs, für aktuelle Preise des Strandbads lohnt ein Blick auf die Seiten der Stadt Oranienburg.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Wie kommt man ohne Auto zum Lehnitzsee?

Mit der S1 bis Bahnhof Lehnitz, eine Station vor Oranienburg. Von dort sind es je nach Badestelle 10 bis 20 Minuten zu Fuß. Ab Berlin-Mitte dauert die Fahrt etwa eine Stunde, es gilt der Tarifbereich ABC.

Kann man im Lehnitzsee baden?

Ja. Es gibt ein Strandbad mit Liegewiese und mehrere frei zugängliche Uferstellen. Der Einstieg ist meist sandig und flach, das Wasser wärmt sich im Sommer gut auf.

Ist der Lehnitzsee für Kinder geeignet?

Durch den flachen Einstieg an vielen Stellen grundsätzlich ja. Weil der See Teil einer Bundeswasserstraße ist und Boote verkehren, sollte man Kinder aber nicht weit hinausschwimmen lassen.

Lohnt sich der Lehnitzsee außerhalb der Badesaison?

Als Spazierziel ja, als Highlight nein. Die Uferwege und der angrenzende Kiefernwald sind ganzjährig gut zu gehen, aber der See spielt seine Stärken im Sommer aus.