Wandern & Spazieren

Groß Köris – 8-km-Runde um Großen Roßkardtsee und Güldensee

Von Jan Heinemann · 5. September 2026 · Zuletzt besucht: September 2026

Groß Köris – 8-km-Runde um Großen Roßkardtsee und Güldensee

Groß Köris liegt eine gute halbe Stunde südlich von Berlin, hat einen Regionalbahnhof direkt an der Strecke nach Cottbus – und drumherum mehr Seen, als man auf der Karte auf Anhieb zählt. Wir sind an einem Septembermorgen eine knapp acht Kilometer lange Runde um den Großen Roßkardtsee und den Güldensee gelaufen. Für uns war es die erste richtige Wanderung nach dem Sommer, und der Weg hat genau das geliefert, was wir uns davon versprochen hatten: Wechsel zwischen Wasser und Wald, kaum Steigung, wenig Betrieb.

Wald, Wasser, Wiederholung – aber im guten Sinn

Die Landschaft hier ist typisch für das Dahme-Seenland: flach, sandig, kiefernlastig. Klingt erst mal nach Standardbrandenburg, ist auf dieser Runde aber angenehm abwechslungsreich, weil man ständig zwischen zwei Modi wechselt. Mal läuft man ein Stück am Ufer entlang und schaut über offenes Wasser, mal führt der Weg wieder in den Wald hinein, wo das Licht durch die Kiefern fällt und man vom See nur noch ahnt, dass er da ist.

Der Große Roßkardtsee war für uns der ruhigere Teil der Strecke. Wir haben unterwegs eine Handvoll Leute getroffen, sonst waren vor allem Vögel und der eigene Schritt auf dem Sandweg zu hören. Am Güldensee wird es an manchen Stellen offener, hier gibt es Passagen, an denen man dicht ans Wasser kommt und sich gut für eine Pause hinsetzen kann. Wir hatten Kaffee dabei, und das war eine gute Entscheidung – Einkehrmöglichkeiten direkt am Weg sollte man nicht einplanen.

Der Untergrund ist überwiegend Waldboden und Sand, an ein paar Stellen wurzelig. Nach nasser Woche kann es an den Uferabschnitten matschig werden, feste Schuhe sind sinnvoll. Höhenmeter gibt es praktisch keine, die acht Kilometer laufen sich in zweieinhalb Stunden gemütlich, mit Pausen entsprechend länger.

Ende September war die Sache mit dem Licht besonders schön: morgens noch dunstig über dem Wasser, später klar und warm. Es war der Punkt im Jahr, an dem man in kurzen Ärmeln losgeht und am Auto froh über die Jacke im Rucksack ist.

Wer die Ecke mag, findet südlich von Berlin noch mehr in dieser Machart. Die 9-km-Runde um den Krummen See und durchs Sutschketal bei Bestensee ist quasi die Nachbartour, nur eine Bahnstation weiter Richtung Berlin. Und wenn es eher ein Nachmittag am Wasser als eine ganze Runde sein soll, ist der Große Wochowsee bei Storkow eine gute Alternative.

Anfahrt

Mit der Bahn: Groß Köris liegt an der RE2 (Berlin–Königs Wusterhausen–Lübben–Cottbus). Ab Berlin Ostkreuz bzw. Hauptbahnhof ist man je nach Verbindung in etwa 45 Minuten bis einer Stunde am Bahnhof Groß Köris. Von dort läuft man direkt los – das ist einer der großen Pluspunkte dieser Tour, man braucht kein Auto. Der Bahnhof liegt im VBB-Tarifbereich außerhalb Berlins, also Anschlussticket bzw. passende Zone einplanen.

Mit dem Auto: Über die A13 Richtung Dresden, Abfahrt Groß Köris, dann noch wenige Minuten über die B179 in den Ort. Ab Berliner Südrand rund 45 Minuten. Parken funktioniert im Ort an den üblichen Straßenrändern und in Bahnhofsnähe; einen ausgewiesenen großen Wanderparkplatz haben wir nicht gefunden. An Sommerwochenenden kann es rund um die Badestellen eng werden, im Herbst war es entspannt.

Beste Jahreszeit

Unsere Empfehlung ist ganz klar der Herbst. September und Oktober sind hier ideal: angenehme Temperaturen zum Laufen, kaum Mücken, gutes Licht über den Seen und deutlich weniger Betrieb als im Hochsommer. Im Sommer ist die Runde trotzdem reizvoll, weil man sie mit Baden kombinieren kann – dann aber früh starten, die Kiefernwälder spenden nur mäßig Schatten und die Uferabschnitte sind gut besucht.

Im Winter ist der Weg gut begehbar, aber ohne Laub und ohne Farbe eher unspektakulär. Im Frühjahr, so ab April, wird es wieder deutlich schöner. Nach längeren Regenperioden gilt für alle Jahreszeiten: die ufernahen Abschnitte können weich und stellenweise unter Wasser sein.

Kosten

Die Wanderung selbst kostet nichts – keine Eintritte, keine Schranken, keine Parkgebühren, die uns aufgefallen wären. Wer mit der Bahn kommt, zahlt das VBB-Ticket Berlin plus Umland. Verpflegung am besten mitbringen: Direkt an der Runde gibt es keine Einkehr, im Ort Groß Köris findet man Grundversorgung, aber verlassen würden wir uns darauf am Sonntag nicht.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Wie lang ist die Runde um Großen Roßkardtsee und Güldensee?

Knapp acht Kilometer. Ohne nennenswerte Steigungen läuft man das in etwa zweieinhalb Stunden, mit Pausen am Wasser eher drei bis dreieinhalb.

Ist die Tour ohne Auto machbar?

Ja. Groß Köris hat einen Halt der RE2 zwischen Berlin und Cottbus, die Fahrt dauert ab Berlin rund 45 bis 60 Minuten. Vom Bahnhof aus kann man direkt loslaufen.

Ist die Strecke für Kinder oder Kinderwagen geeignet?

Für wanderfreudige Kinder ja – flach, abwechslungsreich, mit Wasser zum Gucken. Für Kinderwagen nur bedingt: Sand, Wurzeln und schmale Uferpfade machen es stellenweise mühsam.

Kann man in den Seen baden?

Im Sommer wird an mehreren Stellen rund um Groß Köris gebadet, die Seen sind klar und flach einlaufend. Offizielle Strandbäder mit Aufsicht gibt es an unserer Runde nicht, es sind eher informelle Badestellen – entsprechend auf eigene Verantwortung und mit Rücksicht auf Uferbewuchs.