Wandern & Spazieren

Großer Mochowsee – 9-km-Seerunde in der Niederlausitz

Von Jan Heinemann · 1. Oktober 2026 · Zuletzt besucht: Oktober 2026

Großer Mochowsee – 9-km-Seerunde in der Niederlausitz

Der Große Mochowsee liegt so weit südöstlich, dass er auf den meisten Berliner Ausflugslisten gar nicht erst auftaucht. Genau deshalb sind wir an einem Oktobermorgen hingefahren. Ergebnis: knapp 9 Kilometer Rundweg, fast durchgehend Wasserblick und erstaunlich wenig los.

Eine Runde ohne Umwege

Wir mögen Seerunden, bei denen man den See auch tatsächlich sieht. Das klingt banal, ist es aber nicht – an vielen Brandenburger Seen schiebt sich zwischen Weg und Ufer ein Streifen Schilf, Zaun oder Privatgrundstück, und man läuft eine Stunde durch Wald, ohne zu wissen, warum der Weg „Seerundweg“ heißt.

Am Großen Mochowsee ist das anders. Der Rundweg bleibt dicht am Wasser, immer wieder öffnet sich der Blick über den See, und an mehreren Stellen kommt man direkt ans Ufer. Gute neun Kilometer sind es insgesamt – eine Strecke, die man in zweieinhalb bis drei Stunden gemütlich geht, mit Fotopausen auch länger.

Oktober war dafür ein guter Zeitpunkt. Morgens noch kühl, später Sonne, das Laub in der Umbruchphase. Das Wasser lag ruhig da, die Spiegelungen waren das eigentliche Argument der Tour. Kein spektakulärer Aussichtspunkt, kein Highlight, auf das alles zuläuft – sondern eine Runde, die ihre Qualität aus Gleichmäßigkeit zieht. Wer Abwechslung im Minutentakt braucht, ist hier falsch. Wer einen See umrunden und dabei den Kopf leer bekommen will, ist genau richtig.

Der Weg ist überwiegend naturbelassen, teils sandig, teils fester Waldboden. Feste Schuhe sind sinnvoll, Wanderstiefel nicht zwingend. Nach längerem Regen kann es an einzelnen Stellen matschig werden – das gilt in dieser Ecke der Niederlausitz eigentlich immer.

Wir haben die Tour wie üblich auf Komoot aufgezeichnet; wer lieber mit einer fertigen GPX-Datei loszieht, findet die genauen Tourdaten dort.

Wo genau liegt das eigentlich?

Der Große Mochowsee gehört zur Gemeinde Schwielochsee, zwischen Lamsfeld, Groß Liebitz und Mochow. Das ist Grenzgebiet: westlich beginnt der Spreewald, östlich der Schwielochsee, südlich die Niederlausitz. Entsprechend ist die Gegend dünn besiedelt und touristisch deutlich leiser als etwa Lübbenau mit seinen Kahnfahrten.

Wer den Tag verlängern will, kombiniert die Runde gut mit einem Abstecher in den Unterspreewald – unsere 14-km-Runde ab Schlepzig liegt eine knappe halbe Autostunde entfernt und ist landschaftlich ein ganz anderer Typ.

Anfahrt

Mit dem Auto: Ab Berlin über die A13 Richtung Dresden, Abfahrt Lübbenau oder Freiwalde, dann über Straupitz und Byhleguhre Richtung Mochow/Lamsfeld. Rund 110 bis 120 Kilometer, je nach Startpunkt etwa anderthalb Stunden. Geparkt haben wir am Ortsrand an der Straße – ausgewiesene Wanderparkplätze sind rar, Rücksicht auf Anwohner und Zufahrten ist Pflicht.

Mit Bus und Bahn: Ehrlich gesagt die schwächere Option. Am nächsten liegt der RE2 bis Lübben (Spreewald), von dort weiter mit regionalen Buslinien Richtung Straupitz/Goyatz. Die Takte sind dünn, am Wochenende noch dünner, und der letzte Kilometer bleibt oft zu Fuß. Wer ohne Auto unterwegs ist, sollte die Rückfahrt vorher durchplanen – oder sich für eine besser angebundene Seerunde entscheiden, etwa die 8,6 km um den Wutzsee bei Lindow.

Beste Jahreszeit

Unser Favorit ist – wenig überraschend – der Herbst. Im Oktober steht die Sonne flach, der See spiegelt, und man hat den Weg weitgehend für sich. Dazu kommt der angenehme Nebeneffekt, dass Mücken kein Thema mehr sind; im Hochsommer kann das an einem schilfgesäumten Niederlausitzer See durchaus anders aussehen.

Der Frühling funktioniert ebenfalls gut, vor dem vollen Laubaustrieb hat man noch mehr Durchblick aufs Wasser. Der Sommer ist in Ordnung, wenn man früh startet – Schatten gibt es auf weiten Teilen, aber eben nicht überall. Im Winter ist die Runde machbar und ruhig, bei Dauerregen allerdings streckenweise matschig und optisch eher grau in grau.

Kosten

Die Runde ist kostenlos. Kein Eintritt, keine Schranke, keine Parkgebühr an der Stelle, an der wir gestanden haben – Stand unseres Besuchs im Oktober. Einzurechnen sind nur Anfahrt und Verpflegung.

Und damit zum wichtigsten praktischen Punkt: Gastronomie direkt am Rundweg haben wir keine genutzt. Wer unterwegs etwas essen oder trinken will, bringt es mit. Einkehrmöglichkeiten gibt es in den umliegenden Orten, verlassen würden wir uns darauf außerhalb der Hauptsaison aber nicht.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Wie lang ist der Rundweg um den Großen Mochowsee?

Gute 9 Kilometer. Je nach Startpunkt und gewählter Variante kann es ein paar hundert Meter mehr oder weniger sein. Wir waren mit Pausen rund drei Stunden unterwegs.

Ist die Runde für Kinder oder Kinderwagen geeignet?

Für Kinder, die 9 Kilometer schaffen, ja – der Weg ist flach und ohne nennenswerte Steigungen. Für Kinderwagen eher nicht: Es gibt sandige und wurzelige Abschnitte, die mit schmalen Rädern mühsam werden.

Kann man im Großen Mochowsee baden?

Wir waren im Oktober da und haben es nicht ausprobiert. Zugänge ans Ufer gibt es, ein ausgebautes Strandbad mit Infrastruktur haben wir auf der Runde nicht gesehen. Wer baden will, sollte sich vorab über offizielle Badestellen in der Gemeinde Schwielochsee informieren.

Lohnt sich die Anfahrt aus Berlin für diese eine Runde?

Als reine Wanderung ist es eine weite Fahrt für 9 Kilometer. In Kombination mit dem Spreewald oder dem Schwielochsee wird daraus ein guter Tagesausflug – und man ist in einer Gegend unterwegs, in der kaum Berliner Ausflugsverkehr herrscht. Genau das war für uns der Reiz.