Wandern & Spazieren

Helenesee und Katjasee – 12,5-km-Runde bei Frankfurt (Oder)

Von Jan Heinemann · 26. September 2026 · Zuletzt besucht: September 2026 · Region: Seenland Oder-Spree

Helenesee und Katjasee – 12,5-km-Runde bei Frankfurt (Oder)

Die Ostsee von Brandenburg – so wurde der Helenesee früher genannt, wegen seiner breiten Sandstrände. Wir sind im September eine 12,5-Kilometer-Runde um den See und den benachbarten Katjasee gelaufen, und das Etikett stimmt immer noch halb: Der Blick über das Wasser ist tatsächlich groß und hell, der klassische Strandbetrieb aber Vergangenheit. Wer hier wandert, sollte sich also eher auf einen Waldtag mit schönen Aussichten einstellen als auf ein Badewochenende.

Die Runde

Gestartet sind wir am großen Parkplatz am Helenesee. Der erste Abschnitt führt am Ufer entlang, und das ist der Teil, für den man kommt: rechts Kiefern, links dieses erstaunlich weite Wasser mit hellem Sandufer. Gegenüber liegt die ehemalige Strandseite – man sieht von hier aus gut, wie groß die Anlage einmal war. Es ist ein bisschen ein Blick auf eine stillgelegte Freizeitlandschaft, und genau das macht den Ort interessant. Der Helenesee ist kein gewachsener Waldsee, sondern ein gefluteter Braunkohletagebau. Das merkt man an der Form, an den Uferkanten, an den sehr geraden Böschungen.

Danach verlässt der Weg das Ufer und geht in den Wald. Kiefern, Sandboden, weicher Untergrund, wenig Steigung – typisches Ostbrandenburg. Nach einer Weile erreicht man den Katjasee, deutlich kleiner, stiller, ohne jede Infrastruktur. Wir sind eine Runde herum und auf der anderen Seite wieder zurück Richtung Helenesee. Insgesamt kommen so 12,5 Kilometer zusammen, die man in gut drei Stunden gehen kann, wenn man nicht ständig stehen bleibt. Wir sind ständig stehen geblieben.

Eine Sache, die uns wichtig ist: Bitte bleibt auf den ausgeschilderten Wegen. An Tagebauseen sind Uferkanten und Böschungen nicht überall stabil, und es gibt gute Gründe, warum Bereiche abgesperrt sind. Das ist hier kein Formalismus, sondern hat mit der Entstehungsgeschichte des Sees zu tun. Für die Runde reicht der markierte Weg völlig – man sieht alles, was es zu sehen gibt.

Wer den See lieber als Badeziel kennenlernen will statt als Wanderrunde: Wir haben ihn vor Jahren schon einmal besucht und darüber in Der Helenesee – Die Ostsee von Brandenburg geschrieben. Die Fotos von damals und der Eindruck von heute passen nicht mehr ganz zusammen, und das gehört zu diesem Ort dazu.

Die Gegend lohnt sich ohnehin als Tagesziel. Nördlich von Frankfurt (Oder) liegt Lebus, wo wir im Winter die Brieger Gänse an der Oder beobachtet haben, südlich das Kloster Neuzelle. Beides ist mit dem Auto in einer halben Stunde erreichbar und macht aus der Wanderung einen vollen Ausflugstag.

Anfahrt

Mit der Bahn: Von Berlin fährt der RE1 durchgehend nach Frankfurt (Oder), Fahrzeit rund eine Stunde ab Ostbahnhof. Vom Bahnhof Frankfurt (Oder) geht es weiter mit dem Stadt- beziehungsweise Regionalbus Richtung Lossow/Helenesee – die Verbindungen sind außerhalb der Badesaison dünner, also vorher in der VBB-Auskunft nachsehen. Alternativ mit dem Rad: Vom Bahnhof sind es etwa acht Kilometer nach Süden, größtenteils gut fahrbar. Das Rad kann man im RE1 mitnehmen.

Mit dem Auto: Über die A12 bis Frankfurt (Oder), dann Richtung Süden auf der B112 nach Lossow. Der Helenesee ist ausgeschildert, am großen Parkplatz beginnt die Runde. Von Berlin aus rechnet man mit gut einer Stunde. Der Parkplatz war bei unserem Besuch großzügig dimensioniert – kein Wunder bei einem Ort, der früher Badegäste in Bussen empfangen hat.

Beste Jahreszeit

September war für diese Runde ziemlich ideal: mildes Licht, trockener Sandboden, kaum Menschen. Der Kiefernwald ist im Sommer schattig genug, aber die Uferabschnitte liegen offen in der Sonne – an heißen Julitagen wird das anstrengend. Der Herbst ist unsere Empfehlung, Frühling funktioniert genauso. Im Winter ist die Runde gut machbar, aber ziemlich kahl; der Reiz liegt dann eher im weiten, leeren Blick über das Wasser. Wer auf Badebetrieb hofft, sollte vorher prüfen, was am See aktuell überhaupt geöffnet ist – darauf sollte man die Tourplanung nicht aufbauen.

Kosten

Die Wanderung selbst kostet nichts. Für den Parkplatz können je nach Saison Gebühren anfallen – zum Zeitpunkt unseres Besuchs haben wir nichts gezahlt, das kann sich aber ändern. Verpflegung haben wir mitgebracht, weil wir uns auf keine Einkehr unterwegs verlassen wollten. Das war die richtige Entscheidung.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Wie lang ist die Runde um Helene- und Katjasee?

Unsere Tour war 12,5 Kilometer lang und führt vom Parkplatz am Helenesee erst am Ufer entlang, dann durch den Wald zum Katjasee und auf der anderen Seite zurück. Flach, ohne nennenswerte Steigungen, in etwa drei bis dreieinhalb Stunden zu gehen.

Kann man im Helenesee baden?

Die klassische Strandseite, die dem See den Beinamen „Ostsee von Brandenburg” eingebracht hat, war bei unserem Besuch nicht mehr in Betrieb – wir haben den See als Wanderziel erlebt, nicht als Badesee. Wer zum Schwimmen kommen will, sollte sich vorher über den aktuellen Stand informieren. Verlässliche Badealternativen in der Region sind eher Seen wie der Große Wochowsee bei Storkow.

Ist die Tour mit Kinderwagen oder Hund machbar?

Der Untergrund ist überwiegend sandig und wurzelig – für einen normalen Kinderwagen eher mühsam, mit Kraxe oder geländegängigem Buggy geht es. Für Hunde ist die Runde gut geeignet, solange sie in den sensiblen Uferbereichen an der Leine bleiben.

Lohnt sich die Anreise aus Berlin für einen Tag?

Ja, wenn man die Runde mit einem zweiten Ziel kombiniert. Eine Stunde Fahrt für 12,5 Kilometer Kiefernwald allein ist knapp kalkuliert – zusammen mit Frankfurt (Oder), Lebus oder Neuzelle wird daraus ein runder Tag.