Wandern & Spazieren

Schöpfungspfad in der Buckowseerinne – 9 km wandern bei Wandlitz

Von Jan Heinemann · 27. September 2026 · Zuletzt besucht: September 2026 · Region: Barnim & Schorfheide

Schöpfungspfad in der Buckowseerinne – 9 km wandern bei Wandlitz

Der Schöpfungspfad führt auf knapp neun Kilometern durch die Buckowseerinne im nördlichen Barnim, nicht weit vom Werbellinsee. Acht Stationen, angelegt 2014, laden unterwegs dazu ein, über die Schöpfung nachzudenken – und wer nicht nachdenken will, hat immer noch eine sehr schöne Runde durch Wald, Wiesen und Pferdekoppeln. Wir waren an einem Sonntagmorgen im September dort, mit Kaffee im Bauch und wenig Ehrgeiz.

Eine Runde mit Denkpausen

Die Buckowseerinne ist eine dieser eiszeitlichen Schmelzwasserrinnen, von denen Brandenburg voll ist: eine lang gezogene Senke, in der sich Seen, Moorflächen und feuchte Wiesen aneinanderreihen, links und rechts steigt das Gelände sanft an. Offiziell ist das Ganze Landschaftsschutzgebiet. Praktisch heißt das: wenig Straße, wenig Lärm, viel Grün.

Der Weg selbst ist unspektakulär im besten Sinn – Waldwege, Feldwege, ein paar Abschnitte am offenen Hang mit Blick über die Rinne. Keine dramatischen Höhenmeter, aber genug Auf und Ab, dass es nicht eintönig wird. Neun Kilometer gehen sich in etwa drei Stunden, mit Pausen an den Stationen eher etwas mehr.

Die acht Stationen des Schöpfungspfads sind Tafeln mit Texten und Gedankenanstößen. Man bleibt stehen, liest, geht weiter. Wer eine aufwendige Inszenierung erwartet – interaktive Installationen, Kunst im Wald –, wird das hier nicht finden. Der Pfad ist zurückhaltend, und das passt eigentlich ganz gut zu seinem Anliegen: Es geht nicht um die Tafeln, sondern um das, was drumherum steht, wächst und läuft. Wir haben die Stationen nicht alle gleich andächtig abgearbeitet, sondern eher als Taktgeber genutzt: alle paar Hundert Meter ein Grund, kurz anzuhalten und die Gegend anzuschauen, statt nur auf den Weg vor die Füße.

Und dann die Pferde. Wir hatten nicht damit gerechnet, aber die Gegend ist Pferdeland. Immer wieder Koppeln direkt am Weg, Tiere, die neugierig ans Zaunende kommen, wenn man stehen bleibt. Wer Pferde mag, sollte Zeit einplanen – wir haben deutlich mehr davon am Zaun verbracht als an den Stationstafeln. (Bitte nichts füttern, auch wenn die Blicke überzeugend sind.)

Im September war die Runde nahezu menschenleer. Ein paar Hundebesitzer:innen, sonst niemand. Das Licht war spätsommerlich schräg, die Wiesen noch grün, die ersten Bäume schon gelb. Für einen Sonntagvormittag, an dem am Werbellinsee zehn Kilometer weiter noch Betrieb herrscht, ist das ein ziemlich guter Deal.

Wie der Pfad zum Rest der Gegend passt

Die Buckowseerinne liegt genau zwischen zwei Brandenburg-Klassikern: südlich Wandlitz mit seinen Seen, nördlich die Schorfheide und der Werbellinsee. Das macht den Schöpfungspfad zu einem guten Bausteinausflug. Wir haben ihn als Vormittagsprogramm genommen und den Nachmittag am Wasser verbracht; genauso gut lässt er sich mit dem Wildpark Schorfheide kombinieren, der praktisch um die Ecke liegt.

Wer lieber einkehrt als weiterläuft: Am Werbellinsee gibt es die Alte Fischerei in Altenhof, die wir für Fisch und Seeblick mögen. Direkt am Schöpfungspfad selbst haben wir keine Einkehr gefunden – Proviant mitnehmen ist die sicherere Variante.

Anfahrt

Mit ÖPNV: Die Heidekrautbahn RB27 fährt von Berlin-Karow über Basdorf und Wandlitz bis Groß Schönebeck – das ist die naheliegende Anreise in diese Ecke des Barnim. Von der Bahn aus geht es zu Fuß oder mit dem Rad weiter in die Buckowseerinne; wer ohne Auto kommt, sollte die letzten Kilometer einplanen und vorher genau auf die Karte schauen, denn der Rundweg beginnt nicht direkt am Bahnhof. Die Taktung der RB27 ist überschaubar, Rückfahrt vorher checken.

Mit dem Auto: Von Berlin über die A11 Richtung Prenzlau, Abfahrt Wandlitz, dann über die B109 / Prenzlauer Straße nach Norden Richtung Klosterfelde und Groß Schönebeck. Aus dem Berliner Norden ist man in etwa 45 bis 60 Minuten da. Geparkt haben wir am Straßenrand beziehungsweise an einer der Waldeinfahrten – einen ausgebauten Wanderparkplatz mit Schranke und Automat gibt es hier nicht. Bitte so abstellen, dass Forst- und Landwirtschaft durchkommen.

Navigation: Am einfachsten ist es, die Route vorher als GPX aufs Handy zu laden. Die Beschilderung vor Ort ist vorhanden, aber an Wegkreuzungen im Wald haben wir zweimal kurz überlegen müssen.

Beste Jahreszeit

September war für uns ideal: trockene Wege, mildes Licht, keine Mücken mehr, kaum Leute. Frühling ist die zweite gute Zeit – die Rinne ist feucht, entsprechend früh und kräftig wird es grün, und die Vogelwelt ist laut.

Im Hochsommer ist es auf den offenen Abschnitten zwischen den Koppeln schattenlos und in den feuchten Senken mückenreich; dann lieber früh starten. Im Winter funktioniert die Runde auch, aber die Wege in der Rinne können ordentlich matschig werden – feste Schuhe statt Sneaker; kompaktere Winter-Alternative in der Nähe ist die Wukensee-Runde bei Biesenthal. Für den Schöpfungspfad als Idee ist die Nebensaison fast die bessere Zeit: Man ist allein unterwegs, und genau darum geht es ja.

Kosten

Der Schöpfungspfad ist frei zugänglich und kostenlos. Kein Eintritt, keine Schranke, keine Öffnungszeiten – das Gebiet ist rund um die Uhr begehbar. Kosten entstehen nur für Anfahrt und Verpflegung. Stand unseres Besuchs im September.

Unsere Tipps

Häufige Fragen

Wie lang ist der Schöpfungspfad?

Die Runde hat knapp 9 Kilometer. Wir waren mit Fotopausen und Stationen rund drei Stunden unterwegs, sportlich geht es auch in zweieinhalb.

Was hat es mit den Stationen auf sich?

Der Pfad wurde 2014 eingerichtet und umfasst acht Stationen, die zum Nachdenken über die Bedeutung der Schöpfung einladen. Es sind Tafeln mit Texten – schlicht gehalten, kein Museum im Wald. Man kann die Runde auch einfach als schöne Wanderung gehen.

Muss man religiös sein, um den Weg zu gehen?

Nein. Der Pfad lädt zum Nachdenken über die Schöpfung ein, aber niemand wird missioniert. Die Stationen sind Impulse, keine Predigten – man kann sie lesen oder einfach weiterlaufen.

Ist der Weg kinderwagen- oder rollstuhltauglich?

Eher nicht. Es sind Wald- und Feldwege mit sandigen, wurzeligen und nach Regen weichen Abschnitten. Mit einem geländegängigen Kinderwagen ist einiges machbar, komfortabel ist es nicht.

Kann man die Runde mit dem Hund gehen?

Ja, wir haben unterwegs mehrere Hunde gesehen. Wegen der Pferdekoppeln und des Landschaftsschutzgebiets gilt: an der Leine, besonders in der Brut- und Setzzeit im Frühjahr.