Alínæ Lumr Festival in Storkow – zweimal Festivalsommer an der Burg

Es gibt Festivals, bei denen man einmal war und die Sache damit abgehakt hat. Und es gibt das Alínæ Lumr in Storkow, zu dem wir zweimal gefahren sind – 2015 und 2016 – und das wir seitdem intern nur „Lieblingsfestival” nennen. Klein, freundlich, mitten in einer Kleinstadt im Seenland Oder-Spree, eine gute Stunde von Berlin entfernt.
Warum wir zweimal hingefahren sind
Das Alínæ Lumr ist kein Festival, bei dem man sich durch Menschenmengen schiebt. Es ist eines, bei dem man abends noch weiß, wo die Leute stehen, mit denen man angekommen ist. Genau das war der Grund, warum wir 2016 wieder da waren: Nach dem ersten Besuch 2015 stand ziemlich schnell fest, dass wir das wiederholen wollten.
Der Ort trägt viel dazu bei. Storkow (Mark) ist eine kleine Stadt mit Burg, Wasser drumherum und ansonsten wenig Aufregung. Wenn dort ein Wochenende lang Musik läuft, verändert das die ganze Stadt, ohne sie zu überrollen. Die Burg an der Burgstraße bildet das Zentrum des Ganzen – Backstein, Innenhof, Bühnen, dazu die Sommerabende, an denen es lange hell bleibt und man irgendwann merkt, dass man seit Stunden nicht aufs Handy geschaut hat.
Unser Besuch 2016 fiel in den August, und das war Sommer, wie man ihn sich für ein Festival wünscht: Sonne, warme Abende, kurze Wege. Wer schon einmal auf einem Großfestival zwischen Staub und Zaunanlagen stand, versteht sofort den Unterschied. Hier ist alles zu Fuß erreichbar, und die Stadt selbst ist Teil des Programms – man läuft zwischen Spielstätten durch normale Straßen, vorbei an Vorgärten und Bäckereien.
Programmatisch bewegt sich das Festival im Bereich Indie, Singer-Songwriter und elektronischeren Sachen – kein Mainstream-Line-up, sondern die Sorte Namen, die man sich vorher anhört und danach in der Playlist behält. Die aktuellen Acts stehen jedes Jahr auf der offiziellen Website des Alínæ Lumr.
Einen zweiten Artikel von uns zum selben Festival gibt es übrigens auch: Alínæ Lumr Festival in Storkow – Musik am Strand Karlslust beschreibt die Seite am Wasser.
Anfahrt
Mit Bahn und Bus: Storkow (Mark) hat einen eigenen Bahnhof an der Regionalbahnstrecke zwischen Königs Wusterhausen und Frankfurt (Oder). Ab Berlin fährt man mit der S-Bahn (S46 oder S8) nach Königs Wusterhausen und steigt dort in die Regionalbahn Richtung Beeskow/Frankfurt (Oder) um. Insgesamt ist man etwa 1 bis 1,5 Stunden unterwegs. Der Bahnhof liegt etwas außerhalb des Stadtkerns, der Weg zur Burg ist aber zu Fuß machbar. Wichtig: Am späten Abend wird der Takt dünn – wer nicht übernachtet, sollte sich die letzte Verbindung vorher notieren.
Mit dem Auto: Ab Berlin über die A12 Richtung Frankfurt (Oder), Abfahrt Storkow oder Fürstenwalde, dann auf der Landstraße weiter. Rund 60 bis 70 Kilometer ab Berlin-Südost, meist unter einer Stunde. Parken funktioniert in Storkow während des Festivals über ausgewiesene Flächen am Stadtrand; im Zentrum ist zu Festivalzeiten wenig Platz.
Unsere Empfehlung: Übernachten. Entweder auf dem Festivalcampingplatz oder in einer Unterkunft in Storkow und Umgebung. Das Festival lebt von den Abenden, und die verbringt man ungern mit einem Blick auf die Uhr.
Beste Jahreszeit
Die Frage stellt sich hier nur bedingt: Das Alínæ Lumr findet einmal im Jahr statt, traditionell im Spätsommer. Unser zweiter Besuch war im August, und das ist auch der Zeitraum, den wir empfehlen würden – nicht weil man die Wahl hätte, sondern weil der Termin gut gewählt ist. Die Abende sind lang und noch warm, das Wasser rundherum hat Badetemperatur, und die große Sommerurlaubswelle ist vorbei.
Wer Storkow außerhalb des Festivals besuchen will: Die Gegend lohnt sich das ganze Jahr über. Im Frühling ist der Große Wochowsee bei Storkow ein ruhiger Waldsee, und der Salzweg Storkow führt auf 8,5 Kilometern durch die Salzwiesen – eine der ungewöhnlicheren Landschaften Brandenburgs.
Kosten
Das Alínæ Lumr ist ein Ticketfestival. Zu unseren Besuchen 2015 und 2016 lagen die Wochenendtickets im für kleine Festivals üblichen Rahmen – deutlich unter dem, was Großveranstaltungen aufrufen, aber kein Schnäppchen. Tagestickets gab es ebenfalls. Da sich Preise und Kontingente jedes Jahr ändern und Frühbuchertickets meist schnell weg sind, lohnt der Blick auf die offizielle Website, sobald der Vorverkauf startet.
Dazu kommen Camping- bzw. Übernachtungskosten, Essen und Getränke vor Ort. Anreise mit der Bahn ab Berlin: mit dem passenden Ticket im VBB-Tarif überschaubar.
Unsere Tipps
- Früh Tickets kaufen. Das Festival ist klein, und genau das ist der Punkt. Wer wartet, schaut unter Umständen in die Röhre.
- Übernachten statt pendeln. Die letzten Regionalbahnen fahren früher, als einem lieb ist. Camping oder Unterkunft in Storkow spart den Stress.
- Badesachen einpacken. Storkow liegt zwischen Seen, und im August ist eine Abkühlung zwischen zwei Konzerten das Beste, was einem passieren kann.
- Einen Tag dranhängen. Storkow lohnt auch ohne Musik – ein Nachmittagsspaziergang durch die Stadt ist der ruhige Gegenentwurf zum Festivalwochenende.
- Nicht nur die Hauptbühne abklappern. Die kleineren Spielorte in der Stadt sind oft die Entdeckungen, an die man sich hinterher erinnert.
Häufige Fragen
Wo genau findet das Alínæ Lumr Festival statt?
In Storkow (Mark) im Landkreis Oder-Spree, zentraler Ort ist die Burg Storkow an der Burgstraße. Weitere Spielstätten verteilen sich über die Stadt und das Umland am Wasser.
Wie kommt man ohne Auto von Berlin nach Storkow?
Mit der S-Bahn nach Königs Wusterhausen und weiter mit der Regionalbahn Richtung Frankfurt (Oder) bis Storkow (Mark). Fahrzeit ab Berlin etwa eine bis anderthalb Stunden. Achtung bei der Rückfahrt: Der Abendtakt ist dünn.
Wann findet das Festival statt?
Einmal jährlich im Spätsommer – unser zweiter Besuch war im August. Den genauen Termin und das Line-up veröffentlichen die Veranstalter jedes Jahr auf ihrer Website.
Lohnt sich das Festival auch für Leute, die keine Festivalfans sind?
Unserer Erfahrung nach ja. Es fehlen die Dinge, die viele an Festivals nerven: endlose Wege, Menschenmassen, Dauerbeschallung. Stattdessen: eine Kleinstadt, überschaubare Distanzen und Musik, die man tatsächlich hören kann.


